Booster erst fünf Monate nach Immunisierung

Verwirrung um Auffrischungstermin

Die dritte Impfung wird im Landkreis Oldenburg erst fünf Monate nach der zweiten verabreicht.
+
Die dritte Impfung wird im Landkreis Oldenburg erst fünf Monate nach der zweiten verabreicht.

Landkreis – Im Landkreis Oldenburg gibt es zwei weitere Todesfälle, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stehen. Zudem ist vielen Menschen nicht klar, ab wann eine Auffrischungsimpfung möglich ist. Hier die genauen Informationen:

Die Verstorbenen in Verbindung mit Corona, ein 78-jähriger Mann und eine 100-jährige Frau, kommen aus der Gemeinde Ganderkesee und der Samtgemeinde Harpstedt. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Covid-assoziierten Todesfälle im Landkreis Oldenburg auf 128.

Unterdessen gibt es über die zeitlichen Abstände von Auffrischungsimpfungen in Bezug auf die letzte verabreichte Impfstoffdosis der Grundimmunisierung einige Verwirrung. Bei der aktuellen Impfaktion im Johanneum erhalten nur Menschen im Alter von über 60 Jahren die sogenannte Booster-Impfung schon vor dem Ablauf des sechsten Monats – oder aber es liegen schwere Vorerkrankungen vor.

Fünf Monate müssen nach der Immunisierung vergangen sein

Die Kreisverwaltung und die Malteser halten sich bei ihren Aktionen an die Vorgaben der Ständigen Impfkommission (STIKO). „Dazu gehört, dass der Abstand grundsätzlich auf fünf Monate verkürzt werden kann. Und das tun wir. Wir schicken niemanden weg, dessen letzte Impfung gegen Corona fünf Monate her ist“, so Landrat Christian Pundt in einer Mitteilung.

Eine Verkürzung darunter ist allerdings vorerst im Landkreis Oldenburg nicht vorgesehen. „Die an manchen Orten propagierte früheste Auffrischung nach vier Wochen macht medizinisch absolut keinen Sinn“, betont Dr. Leonhard Hamschmidt, ärztlicher Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Außerdem sehe die offizielle arzneimittelrechtliche Zulassung für Personen, die nicht besonders immungeschwächt sind, einen Mindestabstand für die Auffrischung von sechs Monaten vor.

Ein Abweichen von der Zulassung ist den Impfärzten in begründeten Einzelfällen und bei besonderer Aufklärung der Impflinge sowie entsprechender Dokumentation grundsätzlich möglich. Die Haftung liegt bei eventuellen Komplikationen dann aber beim Impfarzt, wenn keine entsprechende Empfehlung von übergeordneter Stelle vorliegt. Aus diesem Grund ist es Praxis im Landkreis Oldenburg, sich an die STIKO-Empfehlung zu halten, die auch die Absenkung auf fünf Monate vorsieht.

Bald gibt es Impfambulanzen in jeder Kommune

Aktuell sind die mobilen Impfteams des Landkreises Oldenburg verstärkt in Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie in Schulen im Einsatz. Auch die Freiwilligen Feuerwehren und Polizei stehen auf dem Plan.

Bis Mitte kommender Woche sollen die Impfungen in diesen Bereichen abgeschlossen sein. „Die Immunisierungen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen sollten ursprünglich in dieser Woche beendet sein. Die geringere Lieferung von Impfstoffen machte aber Verzögerung unumgänglich“, so Oliver Galeotti, Sprecher des Landkreises. Über die detaillierte Planung zu den Impfambulanzen in den kreisangehörigen Kommunen informiere die Kreisverwaltung noch im Laufe dieser Woche.

Gegenüber Montag wurden im Landkreis 33 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Somit gibt es dort aktuell 324 registrierte, mit dem Coronavirus infizierte Personen. In Quarantäne befinden sich derzeit im Kreisgebiet 417 Menschen. Bestimmbare Cluster gibt es in der Lebensmittelindustrie (24 Fälle) und im Umfeld von Schulen sowie Kindertagesstätten (52 Fälle). Die übrigen Infektionen sind diffus verteilt. Die kumulative Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 140,7 auf 100.000 Einwohner.

Im Landkreis Oldenburg wurden bislang 194 765 Impfungen verabreicht. Davon entfielen 25 258 auf Auffrischungen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Was wird aus „Hackfeld’s Dorfkrug“ in Klein Ippener?

Was wird aus „Hackfeld’s Dorfkrug“ in Klein Ippener?

Was wird aus „Hackfeld’s Dorfkrug“ in Klein Ippener?
Wildeshausen: Ärger über Hundehaufen auf der Auffahrt

Wildeshausen: Ärger über Hundehaufen auf der Auffahrt

Wildeshausen: Ärger über Hundehaufen auf der Auffahrt
FDP verzichtet auf Gruppe mit CDU

FDP verzichtet auf Gruppe mit CDU

FDP verzichtet auf Gruppe mit CDU
Jaguar geschrottet

Jaguar geschrottet

Jaguar geschrottet

Kommentare