Susanne Mittag und Christian Dürr auf aussichtsreichen Listenplätzen

Wer vertritt die Region im Bundestag?

Landkreis - Noch 16 Tage bis zur Bundestagswahl: Die Kandidaten sind im Endspurt, werben intensiv um Stimmen. Einige haben einen Listenplatz, der ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Einzug in den Bundestag sichert, andere müssen zittern. Die folgende Übersicht beleuchtet die Lage für jeden der sieben Direktkandidaten im Wahlkreis 28, zu dem die Landkreise Oldenburg und Wesermarsch sowie die Stadt Delmenhorst gehören.

Astrid Grotelüschen (CDU) will ihr 2013 mit äußerst knappem Vorsprung gewonnenes Direktmandat verteidigen. Vor vier Jahren siegte die Ahlhornerin mit 39,7 Prozent vor Susanne Mittag (SPD), auf die 39,4 Prozent der Erststimmen entfallen waren. Nur zur Erinnerung: Der Anteil an Zweitstimmen setzt fest, wie viele Mandate eine Partei insgesamt im Bundestag bekommt. Besetzt werden die Plätze von den Kandidaten, die ihren Wahlkreis per Erststimme gewonnen haben. Im Normalfall reicht deren Anzahl aber nicht aus, der Rest wird mit Kandidaten von der Landesliste aufgefüllt. Ein möglichst guter Rang auf derselben ist daher das Ziel vieler Politiker.

Grotelüschen wurde von der CDU für Platz zehn der Landesliste aufgestellt. 2013, als die Christdemokraten 41,1 Prozent der Zweitstimmen in Niedersachsen holten, schaffte es sogar Listenplatz 29 in den Bundestag. Sollte die CDU nicht brutal abstürzen, dürfte Grotelüschen gute Chancen haben, wieder ins Bundesparlament einzuziehen.

Obwohl Mittag beim letzten Vergleich unterlegen war, hat sie wahrscheinlich sogar noch bessere Aussichten, ihren Sitz zu behalten, als ihre CDU-Konkurrentin, denn die Delmenhorsterin steht auf Listenplatz zwei ihrer Partei, gleich hinter dem Bundesfraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann. Selbst wenn die SPD schlechter als 2013 abschneidet (33,1 Prozent in Niedersachsen), dürfte Mittag ins Parlament kommen. Und als Direktkandidatin ist sie ja auch noch im Rennen.

Linke und AfD setzen auf Direktmandat

Einzig auf diese Karte muss Herbert Sobierei von der Alternative für Deutschland setzen. Der Großenkneter steht nicht auf der AfD-Landesliste, muss also die meisten Erststimmen im Wahlkreis 28 auf sich vereinen, um in den Bundestag einzuziehen. Auch wenn AfD und Linke nicht viel gemeinsam haben, stellt sich die Lage für Manuel Paschke ähnlich dar. Der Kandidat der Linken ist nicht auf der Landesliste vertreten. Wahlkreis 28 ging seit der ersten Bundestagswahl 1949 übrigens immer an SPD oder CDU.

Trotzdem dürfte der Ganderkeseer Christian Dürr (FDP) ab Herbst in Berlin arbeiten, denn der Liberale steht auf Listenplatz eins seiner Partei in Niedersachsen. Die Umfragen sehen die FDP jenseits der Fünf-Prozent-Hürde.

Eng wird es hingegen für Christina-Johanne Schröder von Bündnis 90/Die Grünen. Sie hat Platz sieben auf der Landesliste ergattert. 2013 hätte das nicht gereicht, und damals holten die Grünen 8,8 Prozent der Zweitstimmen in Niedersachsen.

Die Freien Wähler (FW) gehen mit Dieter Holsten aus Hude ins Rennen, der auf Listenplatz vier seiner Partei steht. Für ihn dürfte es fast aussichtslos sein. Schließlich holten die FW 2013 gerade mal 0,5 Prozent der Zweitstimmen. J bor

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