Landratskandidatin Sabine Drees diskutiert über die Zukunft der Landwirtschaft

Vertretung im Land, im Bund und in Europa

Fünf Personen diskutieren miteinander.
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Diskussion auf der Terrasse des „Wildeshauser Hofes“: Heike Hohnholt, Detlef Kreye, Karl-Heinz Bley, Sabine Drees, Gisela Wicke und Hendrik Martens (v.l.). Rund 30 Zuhörer verfolgten das Gespräch, einige beteiligten sich engagiert an der Diskussion.

Wildeshausen/Landkreis – Es war ihre erste größere öffentliche Veranstaltung nach der Bekanntgabe ihrer Kandidatur für das Landratsamt im Landkreis Oldenburg: Sabine Drees, die gegen den amtierenden Hatter Bürgermeister Christian Pundt antritt, hatte am Freitagnachmittag zu einer Podiumsdiskussion in den „Wildeshauser Hof“ in die Kreisstadt eingeladen. Das Thema der von ihr moderierten Diskussionsrunde lautete „Landwirtschaft 2030“.

Als Gesprächsteilnehmer aus dem Kreisgebiet hatte sie Kreislandwirt Detlef Kreye und die stellvertretende Vorsitzende des Kreis-Landfrauenverbandes, Heike Hohnholt aus Ganderkesee, gewinnen können. Eine weitere Anreise hatten Gisela Wicke aus Gehrden bei Hannover, ehrenamtliches Mitglied des Landesvorstandes des Naturschutzbundes (Nabu), sowie der niederländische Landwirt Hendrik Martens aus Emmen. Fünfter Diskussionsteilnehmer und einziger Vertreter der Politik war der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley aus Garrel.

Es gehe ihr an diesem Nachmittag darum, ein „innovatives Bild der Landwirtschaft“ zu zeigen, sagte Drees eingangs. Den Ball nahm Kreye gerne auf: Was seinen Berufskollegen in der aktuellen Diskussion insbesondere fehle, sei eine klare Perspektive und Kontinuität. „Wir können alles“, sagte der Vorsitzende des Kreislandvolkes. Doch müssten die Rahmenbedingungen stimmen: Tierwohl? Ja, aber dann sollte es auch einfach möglich sein, die Ställe umzubauen. Doch stapelten sich die Anträge auf den Bauämtern, die Immissionsschutzvorgaben machten Offenställe oftmals nicht möglich, verdeutlichte er. Bioproduktion? Auch das sei kein Problem, doch fehlten die marktwirtschaftlichen Anreize, meinte Kreye.

Lob für den „Niedersächsischen Weg“

Die Podiumsteilnehmer waren in diesen Kernpunkten inhaltlich meist dicht beieinander. Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass die Probleme, aber auch die Lösungen ineinandergreifen: So wie der „Niedersächsische Weg“, den Wicke und Kreye gleichsam lobten und der von Politik, Umweltverbänden und Vertretern der Landwirtschaft zusammen ausgearbeitet worden war. Die Nabu-Vertreterin bezeichnete diesen als „echte Modernisierung“, er sei auf Augenhöhe verhandelt worden. Vertrauen sei in diesem Dialog, bei dem es auch um Kompromisse gehe, ganz wichtig. Kreye mahnte an, dass diese Erfolge jedoch nicht durch die Bundespolitik oder Alleingänge der Verbände wieder zunichtegemacht werden dürften.

Martens berichtete, dass es in seiner Heimat die Entwicklung zu einer Kreislaufwirtschaft gebe. Statt ausschließlich Mais zur Energiegewinnung in Biogasanlagen einzusetzen, sollten für diese teils auch der Inhalt der „Grünen Tonnen“ verwertet werden dürfen, die Reste wieder als Dünger für die Felder dienen, schlug er vor. Der gewonnene Strom könnte zur Wasserstoffproduktion eingesetzt werden. Doch müssten Gesetze geändert werden, um einen richtigen Kreislauf daraus zu machen.

Interessen des Landkreis vertreten

Zum Schluss einer Frage- und Meinungsrunde der Zuhörer fragte Frans Haverkort aus Hatten, Sprecher des Kreisverbandes der Linkspartei, am Ende der rund anderthalbstündigen Veranstaltung, wo Drees denn bei dem Thema stehe: Sie wiederholte ihre Aussage, dass sie sich als „CDU-Frau mit grüner Note“ verstehe. Die Einhaltung von Klimazielen sei ihr wichtig, ein Thema, für das sie unter anderem beim Deutschen Städtetag zuständig gewesen sei. „Ich bin für die Ziele, aber nicht für viele Wege“, sagte sie. Das Thema Landwirtschaft habe sie ausgesucht, weil sie sich im Falle einer Wahl zur Landrätin in diesem Amt als Interessenvertreterin verstehe. Es sei wichtig, bei dem Thema „ganz vorne mit dabei zu sein“ und die hiesigen Positionen zu transportieren. Als Beispiel nannte sie das Landesraumordnungsprogramm: „Der Druck auf die Fläche ist sehr groß“, sagte sie in Hinblick auf latente Sorgen der Landwirte. Da müsse es gegebenenfalls einen Ausgleich geben. „Landwirtschaft ist ein regionales, deutsches, europäisches Thema“, so Drees: Es sei wichtig, zu sehen, wie der Interessenausgleich (wie etwa der „Niedersächsische Weg“) nach Europa transportiert werden könne, ohne dort gekippt zu werden.

Abschließend kündigte sie ihre nächste Diskussionsrunde an: Am Freitag, 25. Juni, gehe es in der Wassermühle Wardenburg im Gespräch mit Vertretern von Handel, Gastronomie und Kultur um das Thema „Corona – und wie geht es weiter?“.

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