Entscheidung noch im Sommer? 

Verträge für das Gewerbegebiet Wildeshausen-West werden vorbereitet

Bald Zufahrt zum Industriegebiet? An der Ahlhorner Straße soll das Areal erschlossen werden. Foto: dr
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Bald Zufahrt zum Industriegebiet? An der Ahlhorner Straße soll das Areal erschlossen werden.

Wildeshausen – Die Wildeshauser Stadtverwaltung plant, noch vor der Sommerpause im Juli die Änderung des Flächennutzungsplans für das Industriegebiet Wildeshausen-West durch die politischen Gremien zu bringen. Im Anschluss ist eine Genehmigung des Landkreises Oldenburg nötig. Dann würde die Basis für die Erstellung eines konkreten Bebauungsplans stehen. Zuvor dürfte es jedoch einige Diskussionen geben, denn dem Stadtrat und den Gremien müssen sowohl der Erschließungsvertrag mit dem Investor, der Nanz-Gruppe aus Stuttgart, als auch die Verträge zur Kostenübertragung durch Nanz vorgelegt werden.

Der Investor stellt seine Pläne am Donnerstag, 14. Mai, ab 16.30 Uhr im Rathaus während der öffentlichen Sitzung des Wirtschaftsausschusses vor. Zu klären ist auch, wie Wildeshauser Betriebe auf den Flächen zum Zuge kommen und wer diese Areale vermarktet.

Der städtische Wirtschaftsförderer Claus Marx hat also viel zu tun. Für die Beratung über den Flächennutzungsplan fehlt noch der Abschlussbericht der faunistischen Untersuchung, die eine wesentliche Grundlage für die Änderung darstellt. „Der Bericht sollte eigentlich schon vorliegen. Teile sind nun beim Planer, aber noch ist die komplette Auswertung nicht da“, erläutert Marx. Immerhin weiß er bereits vom Gutachter, dass sich in dem untersuchten, rund 37 Hektar großen und teilweise bewaldeten Gebiet keine Bauten oder Brutstätten von seltenen Tierarten befinden, die eine Entwicklung unmöglich machen würden. In jedem Fall, so die Einschätzung von Wirtschaftsförderung und Investor, müsste einiges an Ausgleichsflächen angelegt oder erworben werden, um den Naturverbrauch für das Industriegebiet zu kompensieren.

Nanz-Gruppe hat einen Projektentwickler eingesetzt

Die Nanz-Gruppe hat nach Aussagen von Marx einen Projektentwickler eingesetzt. Dieser habe mit allen Grundstücksbesitzern im geplanten Bereich gesprochen und signalisiert bekommen, dass es ein Verkaufsinteresse gibt. Die Stadt selbst hat dort keine Flächen.

Über die Größe der Nettobaulandfläche des neuen Gewerbeparks kann erst dann eine seriöse Angabe gemacht werden, wenn zumindest ein Planentwurf vorliegt. Umsiedlungswillige Wildeshauser Betriebe hatten in der Vergangenheit signalisiert, bis zu 15 Hektar zu benötigen. „Diese Zahlen aktualisieren wir gegenwärtig“, berichtet Marx. Es solle auf jeden Fall zugesichert werden, dass die heimischen Unternehmen genügend Flächen erhalten.

Vermarktung an Wildeshauser Betriebe noch unklar

Wie die Areale schließlich vermarktet werden, steht noch nicht fest. Ursprünglich war angedacht, dass die Stadt die Flächen für die Wildeshauser Betriebe selbst verkauft. Nun aber könnte der Politik eine Alternativlösung unterbreitet werden. Diese beinhaltet, dass die Nanz-Gruppe zusichert, Bauland zur Verfügung zu stellen, dieses aber selbst zu einem fixierten Preis vermarktet. Damit trüge die Stadt kein finanzielles Risiko – vorausgesetzt, die politischen Gremien sprechen sich für die Lösung aus.

Ohnehin möchte die Stadt nach Möglichkeit die finanziellen Risiken überschaubar halten. Ziel ist es, dass der Investor sowohl die Kosten für die Planentwicklungen als auch für die Erschließung übernimmt. Der Abbau des Sands unter dem Wald soll ebenfalls in die Verantwortung des Investors fallen. Straßen und Kanalsysteme würden nach der Fertigstellung an die Stadt übertragen.

Quadratmeterpreise stehen noch nicht fest

Erschließung und Planung dürften teuer werden – und das ist ein Grund dafür, dass bislang noch kein Quadratmeterpreis für Bauwillige fixiert worden ist. „Es weiß ja derzeit keiner, was das alles kosten wird“, so Marx.

Und: Noch ist unklar, ob die Gegner des Projekts – unterstützt von der UWG-Fraktion im Rat – versuchen werden, vor Gericht Verfügungen zu erreichen, die einen Baustart verzögern oder sogar unmöglich machen. 

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