Besuch bei der Firma Thorsten Jöckel in Wildeshausen 

Verteiler-Karussell entsteht im WIG-Schweißverfahren

Eine letzte Kontrolle nimmt Thorsten Jöckel an den Edelstahlhandläufen vor. Geschweißt wird im WIG-Verfahren. - Fotos: Dejo

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Angefangen hat vor 21 Jahren alles in einer kleinen Werkstatt im Wildeshauser Stadtteil Zwischenbrücken. Heute ist die Firma Schweißtechnik Thorsten Jöckel am Stockenkamp 15 in der Kreisstadt beheimatet. Wir haben das Unternehmen besucht, um zu erfahren, was hinter der Firmenbezeichnung steckt.

„Anfangs war ich vorwiegend als Sub-Unternehmer für Rohrleitungsbau und Schweißen tätig. Über die Jahre haben wir uns aber immer weiterentwickelt und sind an den Stockenkamp umgesiedelt“, erklärt Jöckel. Er sehe sich und seine Mitarbeiter als Spezialisten für den Bereich Rohrleitungsbau in all seinen Formen – insbesondere im Edelstahl geführten Bereich: „Unsere Kunden sind in der Papier- und Textilindustrie, in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie im Großwäscherei- und chemischen Bereich angesiedelt.“ Die Auftragsabwicklung von der Planung bis zur Fertigstellung liege in einer Hand, was von Vorteil sei.

„Dampfanlagen fertigen wir zum Beispiel für Großschlachtereien und Brennereien. Noch heute betreuen wir deutschlandweit Kunden. Ansonsten liegt unser Hauptgebiet in einem Radius von 100 Kilometern rund um Wildeshausen“, erzählt Jöckel. Das liege auch daran, dass sein Unternehmen etwas breiter aufgestellt sei: „Wir profitieren natürlich davon, dass es in Wildeshausen ansonsten keinen Schlosser mehr gibt.“

Derzeit wird in der Werkstatt gerade ein Verteiler-Karussell für die Wäscherei-Industrie gefertigt. „Auf dieses Karussell fällt die gereinigte Wäsche, die dann absortiert wird“, so Jöckel. Seit etwa 20 Jahren sei er in ganz Deutschland für Großwäschereien tätig. Geschweißt werden die Edelstahlteile im „WIG“-Verfahren (Wolfram-Inert-Gasschweißen) mit dem Edelgas Argon. „Mit dieser Schweißtechnik sind röntgensichere Nähte herzustellen, die besonders im Rohrleitungsbau erforderlich sind“, erklärt der Chef. Mit der Wolframnadel werde dabei das Grundmaterial erwärmt: „Zusatzstoffe und Schweißdraht werden ähnlich wie beim Autogenschweißen von Hand zugeführt.“

Zudem arbeitet das Unternehmen mit MAG- und MIG-Schweißverfahren. „Die werden im Stahlbau angewendet. Eben dort, wo größere Lagen an Schweißnähten nötig sind. Bei dem Metallschutzgasschweißen handelt es sich um ein Lichtbogenschweißen. Dabei schmilzt eine endlose Drahtelektrode unter einer Schutzgasabdeckung ab. Das Gas dient dazu, die Schweißfläche vor dem Einfluss der umgebenden Atmosphäre zu schützen.

„Im Bereich Schlossertechnik arbeiten wir sehr viel mit den hiesigen Bauunternehmen und Architekten zusammen. Vorwiegend im Bereich von Treppengeländern, Balkonen und Absturzsicherungen. All das ist in verschiedenen Materialien zu haben. Eben so, wie es gewünscht wird“, betont Jöckel. Es sei besonders wichtig, auf die individuellen Wünsche der Kunden einzugehen: „Viele Schlosserarbeiten machen wir auch für das Unternehmen SSC-Wind.“

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