„Verrücktes“ Detektivtrio deckt Machenschaften der Pharmaindustrie auf

Skandal im Pflegeheim

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Regisseur Jürgen J. Köster, Hauptdarstellerin Isabel Gersiek, „Bösewicht“-Darstellerin Elizabeth Dinh und Produktionsleiter Achim Ballhausen (v.l.) begrüßten die Gäste bei der Niedersachsenpremiere im Wildeshauser LiLi-Service-Kino.

Wildeshausen - „In meiner Rolle und in dem Film steckt ganz viel von meinem echten Leben. Ich hoffe, es gefällt Ihnen.“ Mit diesen Worten lud Isabel Gersiek, Hauptdarstellerin und eine der Drehbuchautorinnen des inklusiven Spielfilms „Apostel & Partner“, die Besucher der Niedersachsenpremiere am Mittwochabend im Wildeshauser LiLi-Service-Kino ein, sich zurückzulehnen und mit drei außergewöhnlichen Detektiven einen Blick in eine normal-verrückte Welt zu werfen.

Alles begann im Jahr 2010 mit einem Zeitungsbericht, in dem Jürgen J. Köster von seinem Vorhaben erzählte, ein Spielfilmprojekt „unter inklusiver Mitwirkung von Menschen unterschiedlichster Nationen mit und ohne irgendwas“ auf die Beine zu stellen. „Dafür habe ich Menschen mit Psychiatrieerfahrung gesucht – und es meldeten sich rund 50 Leute. Die meisten waren allerdings nicht an einem langwierigen Drehbuchschreiben, sondern eher an den Schauspielrollen interessiert“, berichtete Köster.

Doch es fand sich eine Gruppe von sieben Drehbuchautoren – unter ihnen mehrere mit Psychiatrieerfahrung –, die sich über drei Jahre hinweg regelmäßig trafen und als Ergebnis schließlich die Geschichte des Spielfilms „Apostel&Partner“ präsentierten.

„Wir haben damit angefangen, dass jeder seine eigene Rollenbiografie schrieb“, erklärte Köster. „Meine einzige Vorgabe war, dass sie in einem Detektivbüro beginnen muss.“ So flossen die außergewöhnlichen Erfahrungen der Autoren eins zu eins in den Film mit ein. „Allerdings sind wir keine Therapiegruppe“, distanzierte sich Köster. Und Gersiek bekräftigte: „Für uns war die Zusammenarbeit von Anfang an selbstverständlich, niemand hatte ein Gefühl von Inklusion.“

„Als das Drehbuch stand, haben wir die Leute, die sich drei Jahre zuvor schon gemeldet hatten, wieder zum Casting eingeladen – und natürlich noch viele mehr“, erzählte Köster. Einige der Autoren wollten gern selbst ihre Rolle spielen. „Aber auch die Autoren mussten sich dem Schauspielcasting unterziehen“, so Köster. Eine Nebenrolle bekam übrigens auch der Wildeshauser Konrad A. Lahrmann.

Ein Teil der Autoren wollte sich jedoch lieber aus dem Schauspielern heraushalten. „Dafür haben sich andere besondere Fähigkeiten herauskristallisiert: Jemand übernahm die Requisite oder das Licht oder wurde Mitglied im Produktionsteam“, erzählte Köster. Er selbst ist Regisseur des Films. Achim Ballhausen, den Köster bereits von seinem ersten Filmprojekt „Tanz mit dem Einhorn“ – ein Episodenfilm mit inklusiver Mitwirkung und inklusivem Thema – kennt, ist Produktionsleiter.

Der aktuelle Spielfilm vereint Spannung, Humor und außergewöhnliche Perspektiven. Jeder der drei Hauptdarsteller trägt ein „verrücktes“ Geheimnis in sich, in das der Zuschauer kurze Einblicke gewinnt, das aber schließlich im Zusammenspiel mit den anderen dazu beiträgt, dass die drei in ihre Detektivrollen hineinwachsen und ihre Arbeit zu einem erfolgreichen Ende führen: Sie decken in einem Pflegeheim Menschenexperimente mit Psychopharmaka auf. Die mal wirren, mal witzigen und äußerst spannungsvollen Wege dorthin lohnen den Besuch des Kinofilms, der nun auf Niedersachsentournee geht und danach Nordrhein-Westfalen ansteuert.

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