„Stillstand gibt es hier nicht“

„Leader“-Regionalmanager fördern Projekte im ländlichen Raum

Die Regionalmanager Katharina Feyertag und Norbert Hamann vom Landkreis Oldenburg.
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Helfen nicht nur beim Ausfüllen der Anträge: die Regionalmanager Katharina Feyertag und Norbert Hamann vom Landkreis Oldenburg.

Das europäische „Leader“-Projekt stellt Geld zur Verfügung, um Strukturen im ländlichen Raum aufzubauen oder zu erhalten. Während der vergangenen Förderperiode sind im Landkreis Oldenburg 57 Projekte gefördert worden, in einem Umfang von 2,8 Millionen Euro. Seit 2001 ist der Landkreis – im Gegensatz zu einigen Nachbarlandkreisen – durchgehend Förderregion.

Wildeshausen/Landkreis – Rund 200 Projekte sind umgesetzt worden, berichten Katharina Feyertag und Norbert Hamann, die beim Landkreis als Regionalmanager – je mit einer halben Stelle – den Prozess begleiten. Sie beraten und unterstützen Privatleute und Vereine. Zurzeit bereiten sie die Bewerbung für die nächste Förderperiode vor. Die ersten Workshops für die fünf Handlungsfelder beginnen am Montag im Kreishaus in Wildeshausen.

Viele Projekte bereits im Landkreis gefördert

Die Bedeutung der „Leader“-Förderung sei vielen Bürgern nicht geläufig, schätzt Feyertag, „wir sind relativ unbekannt“. Das sehe bei privaten Investoren und insbesondere bei Vereinen jedoch ganz anders aus: „Die wissen, was sie an uns haben.“ Dabei seien die Ergebnisse der Förderungen weithin bekannt, ergänzt Hamann: „Kulturell wertvolle Gebäude im Landkreis würden nicht mehr existieren“, verdeutlicht er und nennt als Beispiele etwa Gebäude auf Gut Moorbeck, die „Stecho-Scheune“ und die Ozeanbrücke in Harpstedt. Doch auch das Museum der Traditionsgemeinschaft Flugplatz Ahlhorn oder die Errichtung des Informationszentrums Stedingsehre in Bookholzberg konnten erfolgreich gefördert und somit ermöglicht werden. In Wildeshausen unterstützt „Leader“ den Neubau des DLRG-Rettungs- und -Schulungszentrums. Die Arbeit, berichtet Feyertag, sei nicht zuletzt aufgrund der Akteure spannend: „Das sind Vereine, die nehmen sich der Sache mit sehr viel Herzblut an.“ Die positive Rückmeldung, die ihr Kollege und sie erführen „macht Freude“.

Und die beiden Regionalmanager helfen nicht nur beim Ausfüllen des komplexen, 25-seitigen Förderantrags: Sie stellen auch die Verbindungen zwischen Akteuren, Vereinen, Interessenlagen und nicht zuletzt zusätzlichen Förderern her – und schaffen so die Verkoppelung von Interessen. Dabei sei im Lauf der Zeit ein großes Netzwerk zu unterschiedlichen Personen und Interessengruppen entstanden: „Wir sind hier das Epizentrum“, sagt Hamann.

„Leader“ macht es möglich: das Radwegehäuschen/Dorftreffpunkt in Hengsterholz.

Und dort wird dann auch schon einmal der Anstoß zu einem Projekt wie dem „Radwegehäuschen/Dorftreffpunkt“ in Hengsterholz gegeben. Dieses kann nicht nur Radlern als Raststation dienen, sondern auch dem Einwohner als Treffpunkt, etwa für einen Weihnachtsmarkt. Projektträger in diesem Fall ist der Ortsverein Hengsterholz-Havekost. Doch nicht nur Baumaßnahmen können durch das EU-Programm gefördert werden, sondern auch Bildungsprojekte. Aktuelles Beispiel sei die „Lernwerkstatt“ der Ländlichen Erwachsenenbildung in Ahlhorn, die insbesondere von Migranten genutzt werde.

Wir arbeiten für die Bürger, die bezahlen uns.

Norbert Hamann

Beispiele könne Hamann und Feyertag am laufenden Band nennen – allesamt Projekte, für die Gemeinden nur schwerlich Geld übrig hätten: In Benthullen wurde die Einrichtung eines „Dorfbegegnungsraumes“ im örtlichen Museum mitfinanziert – nachdem die Gaststätte im Ort keine Nachfolger gefunden hatte, wäre die Dorfgemeinschaft ohne zentrale Anlaufstelle geblieben. „Wir arbeiten für die Bürger, die bezahlen uns“, berichtet Hamann.

Und diese können im Vorfeld der Abstimmung für die neue Bewerbung mit dem „Regionalen Entwicklungskonzept“ auch mitreden. Am Montag beginnt die erste von zwei Beratungsrunden zu den fünf Handlungsfeldern (wir berichteten). Dafür haben die beiden Regionalmanager im Vorfeld rund 600 Vereine im Landkreis angeschrieben und die Teilnahme daran angeboten. Um die Osterzeit des kommenden Jahres soll das fertige Programm dann beim Amt für Regionale Landesentwicklung eingereicht werden. Da in diesem Jahr nach Wunsch des Landes Niedersachsen möglichst alle Bewerber mit in das Programm aufgenommen werden sollen, sei eine weitere Förderperiode für höchst wahrscheinlich. Um die Zeit bis zum neuen Förderstart 2023 zu nutzen, sollen dann schon erste Startprojekte vorbereitet werden. „Stillstand gibt es hier nicht“, sagt Hamann. Nach einem Projekt gefragt, das er persönlich gerne mehr gefördert sehe, nennt er das Klosterensemble in Hude.

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