Tagespflege des Altenzentrums Alexanderstift feiert zehnjähriges Bestehen

„Vermitteln unseren Gästen das Tagesgeschehen“

Gemeinsames Backen war gestern in der Tagespflege angesagt. „Es ist eben wichtig, die Gäste zu beschäftigen und ins Tagesgeschehen einzubeziehen“, sagt Pflegedienstleiterin Karin Damke. - Fotos: Dejo

WILDESHAUSEN - Von Joachim Decker. Die Geburtstagstorte war es noch nicht, die am Mittwoch in der Tagespflege des Altenzentrums Alexanderstift in Wildeshausen gebacken wurde. Aber lecker schmeckte das, was aus dem Backofen kam, dennoch. Gefeiert wird in der Einrichtung am Freitag, 19. August. Und zwar das zehnjährige Bestehen. „Gemeinsam mit unseren Gästen werden wir dann ein par schöne Stunden verbringen“, waren sich Heimleiter Sascha Lücke und Pflegedienstleiterin Karin Damke einig.

Die Tagespflege sei überaus wichtig für die Stadt und ein gut laufendes Geschäft. Die Entscheidung vor zehn Jahren, eine solche Einrichtung anzubieten, sei genau richtig gewesen. „Wir haben zwölf Plätze, die auch alle belegt sind. Insgesamt haben wir 25 Gäste, die jedoch nicht täglich kommen, sodass wir stets das Haus voll haben“, erklärte Lücke. Die Einrichtung sei wichtig für die Menschen, die noch nicht in die Vollpflege wollen, aber tagsüber doch etwas versorgt werden müssen: „So zum Beispiel, wenn die Angehörigen oder Partner tagsüber aus dem Haus sind und die Betroffenen allein nicht mehr ganz zurecht kommen, aber eine Vollpflege dennoch noch nicht sein muss.“

„So können sie die überwiegende Zeit die häusliche Umgebung genießen“, fügte Damke an. Es sei aber auch eine Entlastung für die Angehörigen, wenn Menschen ein paar Tage in der Woche extern betreut würden: „Dann haben zum Beispiel auch die Partner einmal etwas Ruhe und Zeit für sich, um zum Beispiel Erledigungen zu machen oder einfach mal etwas auszuspannen.“

Oberstes Gebot in der Tagespflege, und mit diesem Vorsatz sei das Alexanderstift seinerzeit auch angetreten, sei, dass sich die Gäste wohlfühlen und gerne in die Einrichtung kommen. „Genau das ist bis heute der Fall, wir haben Gäste, die kommen schon seit einigen Jahren regelmäßig“, so Damke. So sei es wichtig, den Menschen etwas zu bieten und sie nicht einfach auf sich alleingestellt zu lassen: „Wir legen großen Wert darauf, den Gästen das Tagesgeschehen zu vermitteln, sie teilhaben zu lassen. Darum gibt es auch das gemeinsame Backen wie heute oder verschiedene Spiele sowie Besuche des Wochenmarktes.“

Jeden Morgen stehe zum Beispiel eine Zeitungsrunde auf dem Programm. „Wir sprechen dann über die verschiedenen Dinge aus der Stadt. Das ist stets eine gute Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen und Erinnerungen zu wecken“, erzählte Damke. Schließlich kämen Gäste mit verschiedenen Krankheitsbildern, darunter auch einige mit demenziellen Erkrankungen, für die es wichtig sei, verschiedene Dinge aufzugreifen: „Heute war es der Bericht über den Wolf und das Pony, der plötzlich Erinnerungen geweckt hat.“ So hätten spontan einige der Gäste angefangen, von früher zu erzählen und sich gewundert, warum der Wolf wieder da ist, obwohl der doch als eine echte Gefahr gelte.

„Ähnlich verhält es sich mit unserem regelmäßigen Gedächtnistraining“, betonte Lücke. Oft seien es ganz simple Schlagwörter, die als „Türöffner“ gelten: „Plötzlich fällt den Menschen dann etwas von früher ein und sie beginnen zu erzählen. Ein Wort ergibt das andere, und schon entsteht ein lebhaftes Gespräch.“

Damke macht die Arbeit mit den Gästen viel Spaß: „Auch wenn es Tag für Tag eine Herausforderung ist, denn jeder Mensch ist und bleibt speziell.“

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