16 Ehrenamtliche sollen Flüchtlingen sicheres Fahren mit dem Rad beibringen

Verkehrswacht bildet Fahrradlotsen aus

In ihren gelben Westen zeigen Peter Wildbredt und Rudi Czipull (von links) den Teilnehmern den Umgang mit dem Roller. - Foto: bor

Wildeshausen - Flüchtlinge auf Fahrrädern gehören auf den Radwegen und Straßen in vielen Gemeinden des Landkreises Oldenburg zum Alltag. Nun hat die Verkehrswacht Fahrradlotsen ausgebildet, die den Asylbwerbern helfen sollen, sicher und unfallfrei Rad zu fahren. Vorgesehen ist, dass die Ehrenamtlichen ihr Wissen in den jeweiligen Gemeinden an Flüchtlinge weitergeben.

Die Verkehrswacht-Vertreter Peter Wildbredt aus Wildeshausen und Rudi Czipull aus Wardenburg trafen sich am Freitag mit 16 Freiwilligen aus allen Kommunen bis auf Dötlingen, Harpstedt und Großenkneten im Kreishaus. In letzterer seien die Landfrauen bereits so fit in dem Thema, dass keine Ausbildung mehr nötig sei, sagte Wildbredt.

Eine kniffliges Thema während des dreistündigen Kurses – jeweils zur Hälfte Theorie und Praxis – war das „Anfassen“. Für viele muslimische Frauen ist es ein Tabu, wenn fremde Männer sie berühren, aber was ist zu tun, wenn eine von ihnen droht, mit ihren Rad zu stürzen, oder ihre Haltung korrigiert werden muss? „Wenn jemand dabei ist, der nicht angefasst werden will, können wir ihm nicht helfen“, stellte Wildbredt klar.

Grundsätzlich solle während der Kurse Deutsch gesprochen werden. Zum einen, um die Integration zu beschleunigen, zum anderen, um Begriffe wie „Rücktrittbremse“ zu lernen. Aber es besteht auch die Möglichkeit, auf den Sprachmittler-Pool des Landkreises zurückzugreifen.

Außerdem ging es zum Beispiel um Fragen zur Planung und zum organisatorischen Ablauf. So sollen maximal zehn Asylbewerber an einem Kurs teilnehmen, damit zwei Lotsen die Lage noch im Griff haben. Material wie Pylonen könne improvisiert (aufgeschnittene Tennisbälle) und von der jeweiligen Gemeinde beschafft werden (ein Roller und zwei Übungsfahrräder), sagte Wildbredt. Bei letzteren handele es sich um handelsübliche Räder mit klappbaren Pedalen. Diese seien einfach zu montieren.

Mithilfe des Rollers sollen die Flüchtlinge den Bewegungsablauf und das Halten der Balance lernen. Anschließend geht es darum, diese Fähigkeiten in einem kleinen Parcours unter Beweis zu stellen.

Doch zum sicheren Fahren gehören auch die Verkehrsregeln. Um diese zu verstehen, verteilt die Verkehrswacht zwei Broschüren, die auf Deutsch, Englisch und Arabisch Informationen zum richtigen Verhalten als Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer geben. Unter anderem geht es auf den jeweils 20 Seiten um die wichtigsten Schilder wie „Stop“, „Vorfahrt gewähren“ oder „Gemeinsamer Geh- und Radweg“.

Laut Wildbredt können die Lotsen sich jetzt in ihren Gemeinden auf die Suche nach Teilnehmern machen. Sobald die Materialfrage geklärt ist und ein geeigneter Ort zur Verfügung steht, könnten die Kurse dann starten. Sollte es Fragen geben, stehen Wildbredt und Czipull als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch eine weitere Lotsen-Ausbildung ist denkbar. - bor

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