Rege Beteiligung

Verkehrsdebatte nimmt Fahrt auf

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Ab hier Einbahnstraße: Das schwebt Helmut Müller für die Westerstraße ab der Bahnhofstraße vor.

Wildeshausen - Die Ideen für eine Neuordnung des Innenstadtverkehrs von Wolfgang Sasse (CDU), der Einbahnstraßen vorschlägt, und der SPD, die einen autofreien Sonntag ab 10 Uhr beantragt hat, haben so manche Gemüter in Wildeshausen bewegt.

Die Wildeshauser Initiative für Radverkehr (WIR) meint, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis die Westerstraße komplett zur Fußgängerzone wird. „Alles andere wäre Klientelpolitik ohne tatsächlich erkennbaren Nutzen für die bevorzugt behandelten Geschäftsleute der Westerstraße“, heißt es in einer Mitteilung. WIR schwebt entsprechend den freitäglichen Klimaschutzprotesten von Jugendlichen rund um die Welt eine besondere Aktion für Wildeshausen vor: „Wie wäre es, wenn Schüler am 15. März die Westerstraße zum Spielen nutzen würden?“

Auch Helmut Müller, Immobilienentwickler sowie jahrelang für die FDP mit dem Schwerpunkt Verkehr im Stadtrat, meldet sich in der Sache jetzt zu Wort. „Was stört, sind die Dauerparker und der Verkehr“, findet der 71-Jährige. Deswegen solle ab der Bahnhofstraße aus der Westerstraße in Richtung Westertor eine Einbahnstraße werden. 

Aufräumen ist für den langjährigen Ratsherrn an der Huntestraße nötig.

Auch die Sögestraße solle nur in eine Richtung, und zwar zum Stadthaus hin, befahrbar sein. Anschließend sollten die Autos am Verwaltungssitz vorbei auf den Gildeplatz geleitet werden. Von dort gibt es dann allerdings kein Zurück. „Man regelt nichts mit Verboten, sondern nur mit Geboten“, ist Müller überzeugt, der sich von der Maßnahme eine starke Abnahme des Verkehrs in der Innenstadt verspricht. Von einem autofreien Sonntag hält er nichts.

Die Vorschläge des Liberalen unterscheiden sich insofern von Sasse, als dieser auch darüber nachdenkt, die Huntestraße zu einer Einbahnstraße zu machen. Das sei aber nicht möglich, so Müller. Die Kapazität der dann als Umgehung genutzten Heemstraße reiche dafür nicht aus.

Grüne messen Luftqualität

Auch denkt Müller darüber hinaus und schlägt vor, die Parkmöglichkeiten in der Innenstadt zu erweitern. „Zum Beispiel mit einer zweiten oder dritten Ebene an der Neuen Straße.“ Auch vor der alten Feuerwehr könne ein zweigeschossiges Parkhaus errichtet werden.

Reduziert werden sollten hingegen die Gestaltungselemente an der Huntestraße. Dort gelte es, „aufzuräumen“, so Müller mit Blick auf diverse Fahrradständer, Bänke, Mülleimer und die Box für Rucksäcke. Grundsätzlich hält er fest: „Konzepte gibt es genug. Warum wird nichts gemacht?“

Passend zur Debatte um Verkehr und Umweltbelastung meldete sich am Dienstag auch Grünen-Ratsherr Klaus Schultze. Er hat an einer NDR-Aktion teilgenommen und die Luftqualität mit Messröhren des Senders am Westertor und in Zwischenbrücken erfasst. Laut Schultze liegt die Belastung bei 23 bis 24 Mikrogramm Stickstoffoxiden pro Kubikmeter. Der Grenzwert beträgt 40. „Die Luftqualität im Luftkurort Wildeshausen ist nicht besser als in den Ballungszentren Norddeutschlands“, so Schultze, der das bedenklich findet. Der Verkehr sei ein massives Problem. „Wir brauchen in der Stadt Maßnahmen, um ihn als Hauptverursacher von Stickoxiden einzudämmen.“

Bei der Verkehrswacht für den Landkreis Oldenburg beobachtet man das Thema durchaus mit Interesse, will aber erst einmal einen Beschluss der Politik abwarten. Geschäftsführer Peter Wildbredt stellt allerdings schon infrage, ob die jetzige Regelung „sehr praktisch“ ist.  bor

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