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Verkehr im Landkreis Oldenburg: Mit „NEMo“ in die Zukunft der Mobilität?

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Von: Holger Rinne

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Diskutierten über Mobilität auf dem Land: Nicole Bramlage (von links), Johannes Schering, Cedrik Theesen, Christine Gronemeyer, Philipp Albrecht und André Klümpen.
Diskutierten über Mobilität auf dem Land: Nicole Bramlage (von links), Johannes Schering, Cedrik Theesen, Christine Gronemeyer, Philipp Albrecht und André Klümpen. © hri

Wie entwickelt sich der Verkehr im ländlich geprägten Landkreis Oldenburg? Welche Konzepte gibt es? Dieses Thema diskutierte die CDU mit Forschern und Gästen.

Wildeshausen – Mit dem Thema „Mobilität im ländlichen Raum“ hat sich am Dienstagabend die Kreis-CDU in Wildeshausen beschäftigt. Der Kreisvorsitzende Philipp Albrecht hatte zu einem Workshop in die neue Kreisgeschäftsstelle an der Westerstraße eingeladen. Er informierte in seiner Begrüßung, dass auf Kreisebene ein neuer Arbeitskreis zu dieser Thematik gegründet worden sei.

Für Albrecht braucht es zur Lösung der Mobilitätsfragen neue Ansätze von außen. Der Vorsitzende des Arbeitskreises, André Klümpen von der CDU Hatten, hatte zu diesem Zweck einige Gäste aus verschiedenen Bereichen eingeladen, die von ihren Projekten berichten sollten.

Forscher aus Oldenburg stellen „NEMo“ vor

Zunächst referierten mit Johannes Schering und Cedrik Theesen zwei wissenschaftliche Mitarbeiter der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg über ihr Forschungsprojekt „NEMo“ (Nachhaltige Erfüllung von Mobilitätsbedürfnissen im ländlichen Raum). Der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Professor Jorge Marx Gómez, nahm per Videoschalte aus Oldenburg teil, leider mit sehr schlechter Tonqualität und deshalb nur schwer zu verstehen.

Schering und Theesen präsentierten die NEMo-App „Fahrkreis“, eine Mobilitätsplattform, mit der auf einfache Weise verschiedene Verkehrsformen und Nutzer miteinander vernetzt werden können. Eine Route kann so für den Reisenden nach seinen Vorgaben optimiert werden. Öffentliche Verkehrsmittel sind beispielsweise mit einer Fuß- oder Radstrecke, aber auch mit Mitfahrgelegenheiten kombinierbar. Für die Fahrradmobilität bieten die Forscher den Kommunen die Analyse der Radwege-Infrastruktur an. Dafür kommen modernste Hilfsmittel wie etwa ein mit allerlei Sensoren ausgestatteter Fahrradhelm sowie eine Art Blackbox zum Einsatz.

Modell aus Vechta vorgestellt

Die Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung im Landkreis Vechta, Nicole Bramlage, stellte „moobil+“ vor. Das System läuft seit 2013 im Landkreis Vechta. Vor zwei Jahren hat sich der Landkreis Cloppenburg angeschlossen. „Moobil+“ ist eine Kombination aus Linienverkehr und Anrufbus. Die Bürger können sowohl an festen Haltestellen zusteigen als auch einen Bus mindestens 60 Minuten im Voraus telefonisch ordern.

Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich eine rege Diskussion. Landrat Christian Pundt sieht die Zukunft in der Flexibilisierung und Vernetzung der Verkehrsarten. Die Leiterin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Oldenburg, Christine Gronemeyer, betonte, dass eine nachhaltige Mobilität den Bedarf der Wirtschaft berücksichtigen müsse. Andersherum könnten Unternehmen die Mobilität aber auch über ein betriebliches Mobilitätsmangement beeinflussen.

Ralf Röhl, Lehrer am Beruflichen Gymnasium, brachte als nahe Zukunftsperspektive zum personalintensiven Anrufbus autonome Fahrsysteme ins Spiel. Sie seien bereits technisch machbar, so der Pädagoge.  hri

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