Harpstedter lief frei herum und die Nachbarn hatten Angst

Vergewaltiger nun in Polizeigewahrsam

Wann klicken die Handschellen? Bei einem 50-jährigen Harpstedter lässt sich die Staatsanwaltschaft Zeit.
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Wann klicken die Handschellen? Bei einem 50-jährigen Harpstedter lässt sich die Staatsanwaltschaft Zeit.

Harpstedt – Wo ist ein 50-jähriger wegen Vergewaltigung Verurteilter aus der Samtgemeinde Harpstedt geblieben? Und warum ist er noch nicht im Gefängnis? Diese Frage stellten sich Nachbarn des Mannes und machten sich große Sorgen. Wir berichteten am Freitag. Wenige Stunden später wurde der Mann laut Angaben von Nachbarn von der Polizei auf seinem Hof festgenommen.

Artikel von Freitag: Der 50-Jährige ist – wie berichtet – seit dem 28. Juli rechtskräftig wegen der sexuellen Nötigung eines 15-Jährigen zu 38 Monaten Haft verurteilt. Am 3. September – also fünf Wochen später – erhielt er laut Staatsanwaltschaft Oldenburg die Aufforderung, bis Ende September die Haft anzutreten. Das tat er nicht, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte. Weshalb der Mann nun polizeiintern zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Eine öffentliche Suche gibt es nicht.

„Es ist Vollstreckungshaftbefehl erlassen. Der Verurteilte zählt aber nicht als ,flüchtig’. Er hat sich ,nur‘ nicht auf die Ladung zum Strafantritt gestellt, was bei vielen Verurteilten nicht unüblich ist“, teilte Staatsanwalt Mathias Hirschmann mit. „Man kann sagen, der Verurteilte hat das Angebot der Staatsanwaltschaft, sich selbst zu stellen, nicht angenommen.“

Urteil muss von der ersten Instanz abgezeichnet werden

Nachbarn sahen den 50-Jährigen in den vergangenen Tagen noch mehrmals mit einem Auto in der Samtgemeinde Harpstedt. Er läuft offenbar frei herum.

Einige Tage, bevor die Revision gegen das Urteil der Großen Jugendkammer des Landgerichts Oldenburg vom 20. Januar am 28. Juli rechtskräftig wurde, hatten die Nachbarn auf dem Hof des Mannes plötzlich kein Lebenszeichen mehr entdeckt.

Es fehlte ein Wagen. Zwar ging nachts die Beleuchtung an, doch diese wurde über Zeitschaltuhr und eine Solaranlage angeknipst. Nachbarn soll der Verurteilte erzählt haben, dass er nach Dortmund fahren wolle, um sich dort in einem Krankenhaus behandeln zu lassen.

Zunächst gab es zwar den Verdacht der Nachbarn, dass der Vergewaltiger geflüchtet war. Die Ladung zum Haftantritt hatte sich jedoch verzögert. Der Grund: Ein Revisionsurteil muss zunächst wieder von dem Gericht zur Kenntnis genommen und abgezeichnet werden, das das erste Urteil gesprochen hatte. Laut Matthias Rennecke, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Oldenburg, ging der Aktensatz somit zunächst nach Wildeshausen. Erst gegen Ende August war er von dort zurück, sodass dann die Ladung zum Haftantritt erfolgte.

Die Nachbarn halten den Harpstedter für unberechenbar und gefährlich. Manche haben laut eigenen Angaben Angst, dass wieder etwas passiert. Es wurden in der Vergangenheit weitere Vorfälle angezeigt, bei denen er Jugendliche sexuell genötigt haben soll. Diese sind aber nicht zur Anklage gekommen.  

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