Nachbarn wollen Weg am Gymnasium offen halten / Kritik an Campusplänen

„Verfolgen die Entwicklung hellwach“

Neben der Baustelle für das multifunktionale Mensa-Gebäude ist kein Durchkommen. Foto: dr

Wildeshausen – Als Ralf Schirakowski, Rektor des Wildeshauser Gymnasiums, anlässlich des Richtfestes für den Mensaneubau ankündigte, man wolle die Einrichtung eines Schulcampus in der Mitte zwischen Hauptgebäude, Sporthalle, Musiktrakt und multifunktionaler Mensa offensiv vertreten, sorgte das für Alarmstimmung bei einigen Nachbarn aus dem angrenzenden Wohngebiet.

„Ist das jetzt die offene Ansage, den Weg über das Schulgelände wieder einseitig für das Gymnasium einzufordern?“, fragt Leo Kurth in einer Stellungnahme, die unserer Zeitung vorliegt. Er erinnert in diesem Zusammenhang an „vier Jahre heftigster Auseinandersetzung zwischen Anliegern und dem Landkreis Oldenburg als Schulträger“, die dazu geführt haben, dass der Weg zwischen den Schulgebäuden weiterhin als öffentliche Verbindung genutzt werden kann.

„Vom baulichen Gesamtkonzept her war es damals wenig glücklich, diesen Riesen-Schulkomplex samt Sportanlagen in ein gerade im Entstehen begriffenes Wohngebiet zu setzen“, so Kurth in einer grundlegenden Feststellung. „So kam es in den Jahren 1977 bis 1981 zu Konflikten. Mit Hunderten von Unterschriften protestierten damals Bürger fast vier Jahre lang dagegen, dass der Schulweg längs der Turnhalle zum Zankapfel zwischen dem Landkreis und uns Bürgern wurde“, so Kurth weiter. Erst 1981, als die Liegenschaft an die Stadt gefallen sei, habe man die dauerhafte Öffnung des Weges erreichen können.

Schulleiter Schirakowski war wegen der Ferien für eine Stellungnahme zu etwaigen Campusplänen nicht zu erreichen.

Maik Ehlers, Leiter des Schulamtes des Landkreises Oldenburg, stellte jedoch auf Nachfrage unserer Zeitung umissverständlich klar: „Das öffentliche Überwegungsrecht ist vertraglich abgesichert.“ Auf diesen Passus habe die Stadt Wildeshausen viel Wert gelegt, als die Schulträgerschaft wieder zum Landkreis Oldenburg übergegangen sei. Ehlers betonte aber gleichzeitig, dass der Verlauf des Fußweges nicht zwingend der gleiche bleiben müsse. Denkbar wäre es, die Führung zu verändern, wenn es beispielsweise für einen Campus sinnvoll wäre. So könne man den Weg auch hinter den Gebäuden am Sportplatz entlangführen.

Bislang, so machte Ehlers klar, gebe es aber keine Pläne, etwas zu verändern. Der Weg sei aktuell ohnehin wegen der Baumaßnahme gesperrt. „Das Tor ist geschlossen“, erklärte er, und von den unmittelbaren Nachbar habe er gehört, dass sie sehr zufrieden damit seien. Im Sommer habe es offenbar deutlich weniger Vandalismus und Lärmbelästigungen gegeben.

Derzeit ist geplant, den Weg wieder freizugeben, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Das dürfte im Sommer kommenden Jahres der Fall sein. Andernfalls wäre wohl auch mit Protesten zu rechnen. Kurth gibt unmissverständlich zu bedenken: „Damals reichte das betroffene Wohngebiet nur bis zur Straße ,Am Dulshorn‘, heute aber bis zur Straße ,Zur Kuhtrade‘ und hat sich somit vervielfacht. Das Gymnasium wird ,selbstbewusst den Wunsch nach einem Schulcampus verfolgen‘, aber auch die überproportional gewachsenen alten und ganz neuen Wohngebiete am Dulshorn werden selbstbewusst und hellwach die Entwicklung verfolgen. Schulcampus und öffentlicher Weg sind zwei Paar Stiefel, die nicht zueinander passen dürften.“  dr

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