Verfahren gegen Geestland-Geschäftsführer

Staatsanwalt: Schaden in Millionenhöhe

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Schichtwechsel bei Geestland: In der Putenschlachterei in Wildeshausen werden viele Osteuropäer beschäftigt.

Wildeshausen - Von Matthias Niehues. Das im vergangenen Jahr durch das Landgericht Oldenburg nicht eröffnete Verfahren gegen einen Geschäftsführer der Putenschlachterei Geestland in Wildeshausen und gegen den Ex-Geschäftsführer eines Wiesenhof-Subunternehmens in Lohne muss nun doch verhandelt werden. Dies hat jetzt das Oberlandesgericht Oldenburg entschieden, nachdem die Staatsanwaltschaft Beschwerde dagegen eingelegt hatte.

Im Jahr 2010 waren Räumlichkeiten auf dem Areal von Geestland in Wildeshausen und Wiesenhof in Lohne von Ermittlern des Zolls durchsucht worden. 2012 erfolgte die Anklage der Staatsanwaltschaft. Demnach soll die Lohner Verpackungsfirma wiederholt entsandte bulgarische Werkvertragsarbeiter für die Verarbeitung von Putenfleisch bei Geestland eingesetzt haben. Laut Staatsanwaltschaft ist der Werkvertrag aber „nicht gelebt“ worden. In Wahrheit habe es sich um Arbeitnehmerüberlassung gehandelt. Hierfür habe es aber keine Genehmigung gegeben. Weil die Bulgaren somit hier direkt beschäftigt gewesen seien, hätten auch die Sozialabgaben in Deutschland abgeführt werden müssen. Auf diese Weise sei ein Schaden entstanden, der mehrere Millionen Euro betrage.

Das Landgericht Oldenburg hatte trotz der schweren Anklage jahrelang keinen Prozesstermin festgelegt. Ein Sprecher sprach stets von „Überlastung“ der zuständigen Kammer. Mit dem jetzt ergangenen Eröffnungsbeschluss durch das Oberlandesgericht geht die Terminsuche von vorne los.

Die PHW-Gruppe äußert sich nicht im Detail zum Verfahren. Unternehmenssprecherin Maria Große Böckmann erklärte auf Anfrage lediglich: „Grundlage des Verfahrens sind unterschiedliche Auffassungen über die Auslegung von Werkverträgen.“ Zudem bestätigt die Sprecherin, dass ein Geestland-Geschäftsführer angeklagt sei.

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