Verein vermittelt 620 Stellen an Geflüchtete

Ankommen dank Job: Viele Stellen, die der Verein „pro:connect“ vermittele, seien in handwerklichen Betrieben, berichtet Werner zu Jeddeloh. 
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Ankommen dank Job: Viele Stellen, die der Verein „pro:connect“ vermittele, seien in handwerklichen Betrieben, berichtet Werner zu Jeddeloh. symbol

Anfang 2015 beschlossen die Clubs Rotary, Lions und Tabler in der Region: Für Geflüchtete muss etwas getan werden. Daraus entstand die Initiative „pro:connect“, die neu nach Deutschland gekommene mit Arbeitgebern zusammenbringt. Nun steht zum dritten Mal ein Förderentscheid an.

Landkreis Oldenburg – „Wir verstehen Integration als wirkliches Ankommen, und dazu gehört eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“, findet Jann Sanders, Teamleiter Beratung der Initiative „pro:connect“. Der Name des 2015 gegründeten und in Oldenburg ansässigen gemeinnützigen Vereins drückt aus, was dessen Ziel ist: Sich dafür einzusetzen, Menschen zu verbinden – in diesem Fall Arbeitsuchende und Arbeitgebende. Der Integrationsausschuss des Landkreises Oldenburg hat am Dienstagnachmittag die finanzielle Unterstützung für eine weitere Förderperiode einstimmig befürwortet, in der Summe geht es um 43 196,60 Euro.

In die Finanzierung durch den Europäischen Sozialfonds beziehungsweise die NBank sind auch die Kommunen des Fachkräftebündnisses Nordwest, Teilregion Nord eingebunden. Dazu gehören die Landkreise Ammerland und Oldenburg sowie die Städte Delmenhorst und Oldenburg. Zudem ist der hiesige Landkreis seit 2018 Mitglied des Vereins „pro:connect“. Die nun zugesagten Mittel verteilen sich auf den Zeitraum Juni 2020 bis Juni 2022.

Mehr als 1100 Menschen sind bereits beraten worden

Bereits bei der ersten Infoveranstaltung im November 2015 sei das Projekt auf großes Interesse auf der Arbeitgeberseite gestoßen, heißt es in einem Rückblick des Vereins. Inzwischen seien insgesamt 1143 Menschen beraten worden, berichtete Teamleiter Sanders. Rund die Hälfte davon habe mindestens einen Praktikumsplatz erhalten. 338 Praktika, 157 Ausbildungsverträge, 125 Mini- und Teilzeitjobs – das ist die Bilanz der Arbeit von „pro:connect“ seit 2016. Im Landkreis Oldenburg sei zu bemerken, dass die Hilfesuchenden vor allem aus den Kommunen in der Nähe der Stadt Oldenburg kommen, erläuterte Sanders weiter. Sie lebten in Hatten, Hude, Wardenburg oder Großenkneten. Zudem seien vor allem Betriebe aus der Gemeinde Hude (sieben) an einer Vermittlung interessiert. Positiv sei, dass im Landkreis Oldenburg mehr Ausbildungs- als Praktikumsplätze vermittelt worden seien (16 und acht).

Ob sich die ungleiche Verteilung der Wohnorte der Suchenden durch aktive Ansprache ausgleichen lasse, wollte Kreszentia Flauger (Die Linke) wissen. „Wir gehen kaum noch raus in die Randgemeinden. Es kommen alle zu uns“, antwortete Werner zu Jeddeloh, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Durch die guten Kontakte zu den Jobcentern und der Agentur für Arbeit sei gewährleistet, dass Geflüchtete von dem Angebot erführen. Strikt wies er auch die Vermutung ab, Praktika könnten zu Ausbeutungsverhältnissen werden: „Da passen wir auf. Sie können sicher sein: Wir unterstützen nicht, wenn jemand nicht mindestens Mindestlohn zahlt.“

Enger Kontakt, individuelle Betreuung

Die Arbeit bei „pro:connect“ lebe davon, dass die Beratenden sich Zeit für die Geflüchteten nehmen, erläuterte Sanders. Ein guter Kontakt zu den Berufsschulen in der Region, ehrenamtliche Nachhilfe, die Möglichkeit, bei Bedarf Sprachkurse zu finanzieren und auch Betreuung über die Erstvermittlung hinaus – all dies seien Zusatzangebote, die es anderswo nicht gebe.

Wolfgang Sasse (CDU) erkundigte sich, inwiefern eine engere Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk möglich sei, um mögliche Doppelstrukturen zu vermeiden. Dies sowie eine weitere Kooperation mit der Freiwilligenagentur „mischMIT!“ seien bereits im Gespräch, erklärte Sozialdezernent Jürgen Ohlhoff.

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