Positive Entwicklung bei der Arbeit mit straffälligen jungen Menschen

Verein Brücke kann Betreuung deutlich intensivieren

Joachim Musch, Peter Fass, Sandra Schier, Hannelore Hunter-Roßmann, Sandra Kuntze und Gunnar Grehl (v.l.) von der Brücke.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die Arbeit ist erfolgreich, die Zukunft noch unklar. So lässt sich mit wenigen Worten die Bilanz des Brücke-Projektes in Wildeshausen zusammenfassen. Denn die intensive Einzelfallhilfe für junge Menschen mit Schwierigkeiten konnte intensiviert werden. Noch aber wissen die Mitarbeiter des Vereins nicht, wo sie arbeiten werden, wenn sie zum 15. September aus der Villa Knagge an der Ahlhorner Straße ausgezogen sind.

„Hinter uns liegt ein relativ normales Jahr“, berichtete der Vorstandsvorsitzende Joachim Musch am Donnerstag bei der Vorstellung des Jahresberichtes. Unverändert habe man die Betreuung der Jugendlichen fortgesetzt und hierbei einige Hilfestellungen und Ratschläge geben können, die in vielen Fällen ein Umdenken und die Bereitschaft zur Veränderung in Gang gesetzt hätten.

„Die Betreuungsintensität hat zugenommen“,zog Diplom-Pädagoge Peter Fass die Bilanz. Da die Zahl der Betreuten konstant sei, habe man mit den jungen Menschen mehr Kontakte organisieren können und zudem verstärkt aufsuchende Arbeit geleistet.

Die Pädagogen der Brücke arbeiten als Betreuungshelfer für Heranwachsende, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind und oftmals ein Drogenproblem haben. „Wir treffen mit ihnen klare Absprachen und kontrollieren, ob sie eingehalten werden“, betonte Geschäftsführerin Sandra Schier. Das zu betreuende Klientel habe in seinem bisherigen Leben oft Erfahrungen mit Abbrüchen, Scheitern und Misserfolgen gemacht, sodass der Aufbau einer tragfähigen Beziehung und von stärkerer Konfliktfähigkeit wesentliche Bestandteile der intensiven Einzelfallhilfe seien. Einige junge Menschen würden auch nach der richterlichen Weisung noch freiwillig in der Betreuung bleiben.

Das Brücke-Projekt Wildeshausen betreute im vergangenen Jahr 47 Jugendliche und Heranwachsende. Der Anteil weiblicher Teilnehmer lag bei 15 Prozent.

„84 Prozent der jungen Menschen haben ihre Weisungen und Auflagen regulär beendet“, zieht die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Hannelore Hunter-Roßmann, eine positive Bilanz. Das sei ein eindrucksvolles Zeichen für die intensive Arbeit mit der Klientel und insbesondere für die Bereitschaft der Teilnehmer, Ziele zu erreichen.

In Wildeshausen wurden zu 96 Prozent Deutsche betreut. Im Delmenhorster Projekt liegt der Anteil lediglich bei 71 Prozent. Dort ist somit der Anteil an ausländischen Klienten deutlich größer, wobei auch dort keine Nationalität besonders hervorsticht. Der Altersdurchschnitt der Betreuten liegt in der Kreisstadt bei 18,36 Jahren. Problematisch ist, dass die Anzahl der sich in Ausbildung befindlichen Jugendlichen mit nur drei Prozent konstant niedrig ist. Zugleich festigt sich die Zahl derer, die über keinerlei Beschäftigung verfügen. 26 Prozent der Betreuten haben bei ihrer Datenaufnahme angegeben, arbeitslos zu sein.

„Man weiß, wofür man hier arbeitet“, beschreibt Diplom-Pädagogin Sandra Kuntze ihre Erfahrungen mit den jungen Menschen. „Viele gehen hier mit einem Zukunftsplan heraus.“ Die Ziele sind allerdings oft eng gesteckt. Für manch einen der drogenabhängigen Betreuten ist es schon viel wert, endlich mal wieder Sport zu treiben, sich selbst zu spüren und festzustellen, dass er etwas erreichen kann. Das aber ist oft der erste Schritt zu Normalität.

Die Brücke wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Zum Geburtstag am 18. Oktober wurde der bekannte Kriminologe Dr. Christian Pfeiffer eingeladen. Er spricht im Rathaussaal über Geschichte und Auswirkungen von ambulanten Maßnahmen.

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