Landrat Harings: Brief an die Bürger schon beim Versenden überholt

Verärgert über neue Vorgaben

Grüne Ampel in Richtung Impfzentrum: Alles ist vorbereitet, doch die Vorgaben vom Land werden ständig geändert. Darüber sind die Hauptverwaltungsbeamten im Landkreis Oldenburg sehr verärgert.
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Grüne Ampel in Richtung Impfzentrum: Alles ist vorbereitet, doch die Vorgaben vom Land werden ständig geändert. Darüber sind die Hauptverwaltungsbeamten im Landkreis Oldenburg sehr verärgert.

Landkreis – Die Hauptverwaltungsbeamten im Landkreis Oldenburg, Landrat sowie Bürgermeister, sind sauer: Mit einem gemeinsamen Informationsschreiben hatten sie sich in den vergangenen Tagen per Brief an alle Kreiseinwohner im Alter ab 80 Jahre gewandt, um sie über das Vorgehen bei der Corona-Schutzimpfung zu informieren und im Bedarfsfall Hilfestellungen anzubieten.

Dieses Angebot war von Landrat Carsten Harings sowie den Bürgermeistern in detaillierten Absprachen erarbeitet worden. „Aktuell muss jedoch leider festgestellt werden, dass Teile der übermittelten Informationen schon nach kurzer Zeit nicht mehr stimmen“, so die ernüchternde Erkenntnis aus dem Kreishaus.

Gemeinsam beklagen die Verfasser des Briefes die fehlende Klarheit und Verlässlichkeit von Informationen in der Impfkampagne. „Es ärgert uns maßlos, dass wir uns zur Verfügung gestellte Informationen in gutem Glauben an die Bürger weitergeben und diese Informationen nach kurzer Zeit überholt sind. Das bringt uns alle nicht weiter und führt allerorts verständlicherweise zu großer Unzufriedenheit“, findet Harings deutliche Worte.

Fehlende Klarheit bei der Information der über 80-Jährigen

Für die Verwaltungsspitzen aus dem Landkreis fing das Malheur laut eigenen Angaben mit einer fehlenden Klarheit bei der Information der über 80-Jährigen an. Nachdem das Schreiben des Landes nicht alle Bürger erreicht hatte, waren Kreisverwaltung und Mitgliedsgemeinden des Landkreises Oldenburg mit einem gemeinsam abgestimmten Schreiben einer Aufforderung des Landes Niedersachsen nachgekommen. Sie informierten in der vergangenen Woche mittels der in den Meldeämtern ohnehin vorliegenden, aktuellen Adressen die Senioren über die Vergabe von Impfterminen per Hotline und Onlineportal des Landes. „Ein vom Land angekündigtes Musterschreiben kam nicht zustande, und so erstellte der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund nach Vorgaben des Landes ein Schreiben“, heißt es von der Kreisverwaltung. „Leider stellte sich nun heraus, dass es sich bei der – zum Zeitpunkt der Absendung der Schreiben auch über das Onlineportal des Landes verbreiteten – Information, dass auch der gesamte Jahrgang 1941 impfberechtigt sei, nur um eine zunächst angedachte Regelung handelte. Diese wurde offenbar nachträglich geändert.“

Freie Wahl des Impfzentrums gestrichen

Damit sind alle Personen, die noch nicht 80 Jahre alt sind, (nun) nicht (mehr) impfberechtigt. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat inzwischen klargestellt, dass für die Vergabe von Impfterminen das exakte Geburtsdatum entscheidend ist.

„Ebenfalls wurde nachträglich die freie Wahl des Impfzentrums erst einmal wieder gestrichen“, teilt die Kreisverwaltung mit. „Wie mit einer möglichen Wahlfreiheit umgegangen werden kann, soll nun bald auf Länderebene entschieden werden. Außerdem soll die Möglichkeit eröffnet werden, sich per Onlineverfahren auf eine Warteliste setzen zu lassen. Schließlich noch nicht vollends geklärt ist eine Fahrtkostenerstattung zum Impfzentrum.“ Hier sei es ratsam, sich aus gesundheitlichen Gründen vom Hausarzt eine Transportbescheinigung ausstellen zu lassen, um die Fahrt anzutreten.

Informationen über Pressemitteilungen

Nach all den Unwägbarkeiten und Änderungen von Vorgaben haben sich Landrat und Bürgermeisterrunde dazu entschlossen, zunächst keinen neuen Brief an Impfberechtigte zu senden, da das nur unnötig für Ärger und Verwirrung sorge. Sobald neue Informationen vorliegen, werden diese unter anderem über unsere Zeitung veröffentlicht, heißt es von der Kreisverwaltung.  dr

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