Politik will Stadtmitte für Quartierskonzept sichern und Neubau verhindern

Veränderungssperre zugunsten touristischer Entwicklung

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Der Parkplatz an der Kokenstraße ist in der Regel dicht geparkt.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Mit einer Veränderungssperre könnte der Wildeshauser Stadtrat verhindern, dass im Bereich Koken-/Mühlenstraße sowie Sägekuhle Pläne verwirklicht werden könnten, die einer späteren Nutzung des Areals für Kultur, Tourismus und Parken entgegenstünden. Der Verwaltungsausschuss hat am 29. September den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplanes Stadtmitte auf den Weg gebracht. In drei Wochen befasst sich der Rat damit.

Es gibt dringenden Handlungbedarf, da der Verwaltung eine Bauvoranfrage für einen Neubau auf dem Grundstück Mühlenstraße 5 (Burmeisterhaus) vorgelegt wurde. Dem Vernehmen nach versucht die Stadt schon seit Längerem, das Grundstück zu erwerben, doch die Preisvorstellungen gingen bislang weit auseinander. Es wurde sogar ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem die Immobilie auf einen Wert von 60 000 Euro taxiert wurde. Das lag jedoch deutlich unter den Vorstellungen der Besitzer – einer Erbengemeinschaft. Da es nicht gelang, eine Einigung zu erzielen, haben die Eigentümer offenbar nun neue Baupläne entwickelt.

Nach der geltenden Rechtslage ist eine Genehmigung unwahrscheinlich. Ein Neubau stünde einer städtebaulich gewünschten Neuordnung im Wege. Eine Veränderungssperre würde die Baupläne verhindern.

Der Bereich zwischen dem Feuerwehrhaus und der Sägekuhle gilt als sehr sensibel und entscheidend für die touristische Entwicklung der Kreisstadt. Ziel ist es, den Bereich Huntetor/Huntestraße bis zur Herrlichkeit als touristisch-kulturelles Vorranggebiet im Sinne einer Altstadt auszuweisen. Im Rahmen der Zieldefinition des Projektes „Wildeshausen 2030“ wird auch die öffentliche Zugänglichkeit und touristische Erreichbarkeit (Busparkplätze) angestrebt.

Feuerwehrhaus soll Anlaufstelle für „Urgeschichtliches Zentrum“ werden

Geplant ist, das Feuerwehrhaus nach dem Umzug der Feuerwehr zu einer zentralen Anlaufstelle für ein „Urgeschichtliches Zentrum“ zu entwickeln. Dafür erarbeitet eine Gruppe derzeit ein Nutzungskonzept. In einem zweiten Schritt wird das Feuerwehrhaus in seiner städtebaulichen Lage betrachtet. Im Rahmen eines Quartierskonzeptes sollen das Dampfkornbranntweinbrennereimuseum, das Wasserwerk, die alte Lohgerberei sowie die Polizeigebäude an der Herrlichkeit, das „Alte Amtshaus“ und die Alexanderkirche mit einbezogen werden.

Zwischen Feuerwehrhaus und Alexanderkirche soll ein großer Bereich neu überplant werden. 

Sowohl die kulturell-touristische Nutzungsachse als auch die Einzelhandelsachse (Zwischenbrücken und Huntestraße) benötigen Parkplätze. Deshalb liegt es nahe, die im Überschneidungsbereich liegenden Flächen planerisch abzusichern und die Stellplätze der Feuerwehr in Parkplätze umzuwidmen. Darüber hinaus kommt laut Stadtverwaltung in Betracht, den aus Mühlenstraße und Kokenstraße gebildeten Platz als Ziel- und Abfahrtsort von Fernreisebussen vorzusehen. Der Platz vor der Feuerwehr eignet sich zudem für kleinere Open-Air-Veranstaltungen.

„Die Beibehaltung eines Wohnhauses auf dem Grundstück Mühlenstraße 5 macht städtebaulich bereits heute absehbar keinen Sinn“, heißt es in der Vorlage für den Stadtplanungsausschuss am 18. Oktober, der seine Empfehlung an den Stadtrat gibt. Daher sollte die Gesamtfläche als Parkplatz überplant werden. Das Feuerwehrhaus sollte nach Möglichkeit als Gemeinbedarfs- oder Sonderbaufläche ausgewiesen werden, um dort ein Museum, Gastronomie und Einzelhandel möglich zu machen.

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