Diskussion über Ex-Diakoniegelände

Piraten gegen Wohnbebauung

Soll auch nach Ansicht der Investoren stehen bleiben: das Haus Ammerland auf dem Diakoniegelände.
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Soll auch nach Ansicht der Investoren stehen bleiben: das Haus Ammerland auf dem Diakoniegelände.

Wildeshausen – Die geplante Neugestaltung des Geländes der Diakonie Himmelsthür wird auch vom Ratsherrn der Piratenpartei im Wildeshauser Stadtrat, Uwe Bock, abgelehnt.

Der Ratsherr, der mit den Grünen eine Gruppe bildet, teilt mit, dass er einem neuen Bebauungsplan nicht zustimmen will. Der Bereich muss ein Klinikgelände bleiben“, so Bock, der in seiner Mitteilung ankündigte, erneut für den Stadtrat kandidieren und sich dafür einsetzen zu wollen, dass einige Gebäude in dem Bereich unter Denkmalschutz gestellt werden.

Wie berichtet, hatte auch die UWG-Fraktion bereits Plänen, dort neue Wohnbebauung zu ermöglichen, eine Absage erteilt. Die SPD hatte deutlich gemacht, dass sie den geplanten Umfang und die Geschwindigkeit der Umsetzung nicht unterstützt. Eine Prüfung, ob die Gebäude der ehemaligen Lungenheilanstalt unter Denkmalschutz gestellt werden können, ist vom Landkreis Oldenburg bereits abschlägig beschieden worden.

Bericht vom 17. Mai: UWG- und SPD-Fraktion im Wildeshauser Stadtrat treten auf die Bremse, was eine schnelle Entwicklung des Diakoniegeländes betrifft. Die UWG lehnt die Investorenpläne komplett ab, die SPD reagiert zumindest kritisch.

Seine Fraktion habe im „aufgeschlossenen freundlichen Rahmen die ersten groben Eckpfeiler des Vorhabens zur Kenntnis genommen“, so der SPD-Vorsitzende Stephan Dieckmann. „Jedoch haben wir klar zum Ausdruck gebracht, dass wir uns eine in der vorgestellten Größenordnung geplante Wohnbebauung in dem Bereich für die nächsten zehn Jahre aus städtebaulichen Gründen nicht vorstellen können. Wir entwickeln gerade im Westen Wildeshausens großflächig Wohnraum. Als nächstes werden wir ein Projekt der Wohnraumverdichtung von innen nach außen starten, dessen Grundzüge gerade erst erarbeitet werden.“ Diese beiden Projekte hätten für die SPD-Fraktion erste Priorität und müssten zunächst weitgehend abgearbeitet werden. „Konkret heißt das: Eine bis zum Jahr 2024 erfolgte Flächennutzungsplanände rung sowie Aufstellung eines Bebauungsplans für großflächige Wohnbebauung auf dem Diakoniegelände, wird die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Wildeshausen nicht mittragen“, so Dieckmann.

Die Unabhängige Wählergemeinschaft Wildeshausen (UWG) hat die Anfang Mai vorgestellten Pläne der Brüder Hellmers die Nachnutzung des Himmelsthür-Diakoniegeländes geprüft und wird die gewünschte Umwandlung des Areals in ein Wohngebiet ablehnen.

„Wildeshausen braucht bezahlbaren Wohnraum, aber kein weiteres Baugebiet im exklusiven Segment“, betont UWG-Ratsherr Matthias Kück in einer Pressemitteilung von Montag. Er fügt hinzu: „Wir haben im Übrigen keinen Zweifel, dass bei einer entsprechenden Nutzung über kurz oder lang der vorhandene alte Baumbestand in dem Bereich verschwunden ist.“

Die UWG möchte den Wald auf dem Diakoniegelände in jedem Fall erhalten und sieht daher auch für ein als „Öko-Projekt“ angepriesenes Wohngebiet keinen Raum. Zwar dürfte die Diakonie, die das Gelände der ehemaligen Lungenheilstätte in den 1970er-Jahren dem Vernehmen nach für eine Mark erworben hat, bei einer Zulassung von Wohnbebauung einen höheren Verkaufserlös erzielen können, die Ausweisung eines Baugebietes liege aber nicht im Interesse der Stadt und ihrer Bürger, so die UWG.

UWG sieht Anwohner als Leidtragende

Leidtragende der Ausweisung eines Baugebietes wären nach Ansicht der Ratsfraktion auch die Anwohner, insbesondere von Heilstätten- und Dr. Klingenberg-Straße, die mit erheblichem Durchgangsverkehr, auch der schweren Baufahrzeuge, belastet würden. „Zu erwarten ist auch, dass die teilweise gerade erst auf Kosten der Anwohner sanierten Straßen durch den Baustellenverkehr Schaden nehmen“, meint Kück. „Aber auch der Wildeshauser Steuerzahler wäre gefordert, denn angesichts der Größe des Baugebietes müssten für die neuen Bewohner notwendige Ver- und Entsorgungseinrichtungen ebenso wie Schul- und Kindergartenplätze und sonstige Infrastruktureinrichtungen wohl erst geschaffen werden.“

„Statt eines Wohngebietes stellen wir uns auf dem Gelände der Himmelsthür eine Nutzung vor, die der Allgemeinheit zugutekommt. Wir möchten, dass hier Arbeitsplätze entstehen und gleichzeitig der Wald erhalten bleibt“, wird der UWG Fraktionsvorsitzende Rainer Kolloge zitiert. „Schon vor einiger Zeit hatte der Bürgermeister den Gedanken ins Spiel gebracht, das Areal für eine Bildungseinrichtung, beispielsweise für Gesundheitsberufe oder als eine Außenstelle der Universität Vechta zu nutzen. Dies wäre ein echter Gewinn für Wildeshausen. Ein Campus, auf dem junge Menschen wohnen und zum Beispiel in sozialen oder medizinischen Bereichen ausgebildet werden.“

Reha-Klinik auf dem Gelände

Eine weitere, bereits angedachte Alternative wäre nach Einschätzung von Kolloge die Nutzung des Geländes als Reha-Klinik. „Das wären in unseren Augen Möglichkeiten einer Nachnutzung der Himmelsthür, die nicht nur Beschäftigung schaffen, sondern auch die Attraktivität Wildeshausens steigern. Der Wald könnte bei dieser Nutzung erhalten bleiben.“

Die UWG würde sich nach eigenen Angaben für solche Projekte stark machen. „Einem weiteren Ausbau Wildeshausens zu einer reinen Wohn- und Schlafstadt wollen wir jedoch nicht zustimmen“, heißt es in der Mitteilung.

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