Gegen Wohnbebauung

UWG: Stadt Wildeshausen soll Wald am Kiebitzweg kaufen

Stehen am Kiebitzweg bald Wohnhäuser statt Bäume? Die UWG will das auf jeden Fall verhindern.
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Stehen am Kiebitzweg bald Wohnhäuser statt Bäume? Die UWG will das auf jeden Fall verhindern.

Die UWG verlangt, dass die Stadt Wildeshausen ein Waldstück am Kiebitzweg kauft. Damit soll verhindert werden, dass die Bäume einer Wohnbebauung weichen müssen.

Aus Sorge um den Erhalt eines kleinen Waldstücks am Kiebitzweg schlägt die UWG vor, dass die Stadt das Areal kauft und renaturiert. „Die Stadt Wildeshausen benötigt für ihre Bevölkerung dringend diese Form von Oasen der Naherholung“, heißt es in einer Pressemitteilung von Freitag. Und nach Ansicht der UWG ist diese „Oase“ in Gefahr. Ratsherr Matthias Kück wirft dem jetzigen Besitzer vor, das Waldgebiet systematisch ökologisch herunterzuwirtschaften mit dem Ziel, dort irgendwann Häuser zu bauen. Der Kauf der Flächen im Westen Wildeshausen südlich der Ahlhorner Straße solle im Einvernehmen mit den Anliegern geschehen .

Hintergrund der aktuellen Initiative ist, dass der jetzige Besitzer den Grundstückseigentümern am Kiebitzweg laut UWG seit März dieses Jahres unbestimmte Waldflächen mit einem Vorkaufsrecht zum Verkauf anbietet. Dazu muss man wissen, dass vor rund zehn Jahren schon einmal über eine Wohnbebauung des Areals diskutiert wurde. Dafür hatte sich jedoch keine Mehrheit gefunden.

Die UWG-Fraktion und die Anwohner des Reepmoores seien entsetzt und betroffen über die neuesten Entwicklungen in ihrem Naturgebiet Kiebitzweg/Am Reepmoor, heißt es in der Mitteilung. „Wer glaubte, dass 2008 mit den damaligen politischen Entscheidungen eine Wohnbebauung aufgrund naturschutzrechtlicher Bedenken endgültig vom Tisch sei, der hatte nicht mit der Findigkeit des Eigentümers der Waldgrundstücke 13 Jahre später gerechnet“, so die UWG weiter. Die Entscheidung habe nach wie vor Bestand und solle endgültig sein. Eine Bebauung um jeden Preis sei mit der Wählergemeinschaft nicht zu machen.

Naherholung für die Anwohner

Bei dem betroffenen Gebiet handelt es sich um ein kleines Waldstück, welches inmitten von Feuchtwiesen, Wald und Gärten am Reepmoor liegt. Ein Naherholungsgebiet für die Anwohner „Am Reepmoor“, Moorweg und auch an der „Doppheide“, welches gerne in Anspruch genommen wird, so Ratsherr Kück.

Aufgrund des Planentwurfs aus 2008 des Büros Mumme und den damit verbundenen faunistischen Bedenken gegen eine Bebauung des Gebietes sei im Bau- und auch im Verwaltungsausschuss das weitere planungsrechtliche Verfahren beendet worden. Auch die Verwaltung sei damals dem Vorschlag, die Bauleitplanung nicht weiter zu betreiben, gefolgt. „Immerhin ergab das faunistische Gutachten, dass im beplanten Gebiet 18 streng geschützte Tierarten angesiedelt waren, die von dem geplanten Eingriff erheblich nachhaltig betroffen wären“, mahnt Kück.

Bedeutung für die Tierwelt geschrumpft?

Allerdings stellt sich für die UWG die Frage, ob die Fläche nach wie vor diese Bedeutung für die Tierwelt hat. „Schon 2005 hatte der Eigentümer durch eine massive Holzfällaktion eine Teilfläche des Waldes zerstört und damit eine unnatürliche Freifläche im Wald geschaffen“, so die UWG. Nach Gesprächen und Ortsterminen mit Anwohnern des Reepmoors falle die jetzige Einschätzung erschreckend aus. „Das schützenswerte Waldgebiet wurde bis heute systematisch runtergewirtschaftet und in seiner ursprünglichen Form versucht zu verändern.“

Die jährlichen Frühjahrs- und Herbststürme seien vom Eigentümer dafür genutzt worden, die eine oder andere beschädigte Eiche aus „vermeintlich verkehrssicherheitsrelevanten Gründen“ zu entfernen. Im Ergebnis fänden sich im Bereich Kiebitzweg nur noch vereinzelte nicht zusammenhängende Baumstrukturen wieder.

Den größten Schaden stellt für Ratsherr Kück aber die von ihm eingeschätzte „Zweckentfremdung des Waldstücks als wilde Biomüllkippe“ dar. Überall fänden sich größerer Anhäufungen von Laub und Strauchschnitt, die nicht aus dem näheren Waldbereich stammen.

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