Stadt hofft auf Millionen-Plus

Urgeschichtliches Zentrum soll Touristen nach Wildeshausen locken

Das Huntequartier soll deutlich aufgewertet werden. Dazu gehört als Leitprojekt das Urgeschichtliche Zentrum. - Foto: Stadt
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Das Huntequartier soll deutlich aufgewertet werden. Dazu gehört als Leitprojekt das Urgeschichtliche Zentrum.

Wildeshausen - „Die Megalithkultur ist ein unglaublicher Schatz, den wir heben wollen“, sagt Wildeshausens Stadtmarketing-Expertin Daniela Baron mit Blick auf das geplante Urgeschichtliche Zentrum (UZW) in der alten Feuerwache an der Hunte. Sie bezeichnet die Pläne als Leitprojekt für die kommenden Jahre und zeigte dem Ausschuss für Stadtentwicklung auf, dass neben einem deutlichen Imagegewinn für die Stadt auch wirtschaftliche Effekte im Tourismus in Höhe von zusätzlich 9,4 Millionen jährlich winken.

Die Investitionskosten für das UZW liegen nach Angaben von Baron bei rund zwei Millionen Euro. Die maximal mögliche Zweidrittelförderung, die sich die Stadt erhofft, könnte den eigenen Finanzierungsbedarf auf 800.000 Euro senken. Dazu kämen nicht förderfähige Kosten für die Ausstellung in Höhe von 350.000 Euro.

Neben den Investitionskosten muss die Stadt mit laufenden Ausgaben sowie Einnahmen kalkulieren. Für Personal, Sonderausstellungen, Multimedia, Material und Gebäude veranschlagt Baron rund 135.000 Euro jährlich. Dagegen stellt sie erwartete Einnahmen durch Eintritte, Gastronomie, Parkgebühren, Shopverkauf sowie Kooperationspartner in Höhe von 52.000 Euro. „Die 83.000 Euro seien ein Zuschussbedarf, der bei Weitem durch die Vorteile des UZW aufgewogen werden“. so Baron. Stadt und Region könnten sich profilieren, zudem gebe es erhebliche wirtschaftliche Effekte. 

Bislang halte sich der Tourist laut Reiseverkehrsstatistik für den Landkreis Oldenburg (Quelle: Statistisches Landesamt) nur durchschnittlich 1,51 Tage in der Kreisstadt auf, was zu einem gesamtwirtschaftlichen Effekt von 59,51 Euro hochgerechnet werden könne. Wenn laut einer Machbarkeitsstudie 15.000 Menschen zusätzlich in die Stadt kämen und wegen der großen Verweilqualität nach Möglichkeit drei Nächte hier blieben, wäre das eine Steigerung um 28.000 Übernachtungen, was einen Effekt von 9,4 Millionen Euro bringen würde. Dazu sei es aber entscheidend, das gesamte Quartier Huntetor mit Museen, Kirche und Wall deutlich aufzuwerten.

Ratsmitglied Hennken kritisiert die Prioritäten der Stadt

Für Rainer Kolloge (UWG) waren die Ausführungen ein Beleg dafür, dass der Tourismus deutlich mehr Geld in die Stadt bringt als Industrieansiedlungen. „Wir nutzen unsere herausragende Stellung derzeit nicht. Das müssen wir pushen“, erklärte er. Das fand auch Klaus Schultze (Grüne), der die Entwicklung zu den Prioritäten in der Stadt zählte. 

Jens-Peter Hennken (CDW) hingegen zweifelte die Kostenrechnung an und mahnte, dass zunächst wichtigere Projekte in der Stadt realisiert werden müssen, die den Bürgern zugutekommen. Dazu gehöre unter anderem die Schulsituation, die geklärt und finanziert werden müsse.

Zunächst ging es im Ausschuss nur darum, das Konzept für das Urgeschichtliche Zentrum positiv zur Kenntnis zu nehmen. Die Planungen werden deshalb jetzt weiter vorangetrieben. Dazu gehört auch, dass die Bedeutung der Urgeschichte noch einmal wissenschaftlich ausgewertet und aufbereitet wird. Dieser Auftrag ist bereits vergeben worden. 

dr

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