Verwaltung hat Bereiche umorganisiert 

Untersuchung offenbart Defizite beim Bauhof

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Ein Betriebswirt hat den Wildeshauser Bauhof unter die Lupe genommen und Defizite festgestellt.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Ein Experte hat die Abläufe im Wildeshauser Bauhof betriebswirtschaftlich untersucht und dabei Defizite, unter anderem bei der Abrechnung der Dienstleistungen, festgestellt. Während aus politischen Kreisen zu hören ist, dass die Ergebnisse auch ein schlechtes Licht auf die Bauhof-Führung werfen und das Betriebsklima gelitten hat, gibt sich Bürgermeister Jens Kuraschinski ganz entspannt. „Es gibt immer Bereiche, wo man noch besser werden kann“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung.

Den Bericht hat Robert Zwecker verfasst, der mehrere Jahre einen Bauhof in Baden-Württemberg leitete. Der Betriebswirt bildet Chefs ähnlicher Betriebe in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit und Organisation fort. Offenbar stand es damit in Wildeshausen nicht zum Besten, weshalb die Verwaltung die Untersuchung in Auftrag gab.

Stadtsprecher Hans Ufferfilge bestätigte, dass die Analyse des Wildeshauser Betriebs im vorigen Jahr erfolgte. Die Ergebnisse seien nichtöffentlich im Verwaltungsausschuss vorgestellt worden. Und das stört den parteilosen Ratsherren Karl Schulze Temming-Hanhoff, der einen ausführlichen Sachstandsbericht zu den Auswirkungen der Analyse und geplanten Maßnahmen einfordert.

Aus mindestens zwei Fraktionen im Stadtrat ist in der Tat der Wunsch nach einer öffentlichen Beratung der Sache zu hören. Nach Ansicht einiger Ratsmitglieder hat der Zwecker-Bericht große Missstände offenbart, die zu fehlender Produktivität in der täglichen Arbeit geführt haben sollen. Zum Teil soll das an der Führung des Bauhofs vor Ort, aber auch an der Steuerung aus dem Stadthaus gelegen haben.

Im Gespräch mit unserer Zeitung hob Baudezernent Manfred Meyer hervor, dass es sich um eine betriebswirtschaftliche Untersuchung gehandelt habe. Er hatte das Projekt federführend begleitet. Zwecker habe festgestellt, dass der Bauhof sowohl in der internen Planung als auch bei den Rechnungen für seine Dienstleistungen eine Pauschale verwendet habe. Doch je nach eingesetztem Mitarbeiter und verwendetem Gerät ergäben sich unterschiedliche Stundensätze, die als Folge der Analyse nun auch berechnet werden. Ferner sei eine Empfehlung, dass der Bauhof die einfachen Arbeiten fremd vergeben und sich mehr auf sein Kerngeschäft konzentrieren sollte. Im Bereich der Baumkontrolle kam es ganz konkret zu Änderungen, weil bisher die Verkehrssicherungspflicht nicht ausreichend beachtet worden war. Statt sich auch mit weiteren Dingen zu beschäftigen, hat der zuständige Mitarbeiter nun allein dieses Aufgabengebiet.

Was die angeblich schlechte Stimmung angeht, erklärte Meyer, dass Veränderungen oft zu Kritik in Betrieben führen würden. Was die Einschätzungen zur Leitung des Bauhofs angeht, hieß es, die Stadt stelle sich grundsätzlich vor ihre Mitarbeiter, werde aber keine öffentliche Personaldiskussion führen.

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