Unterstützung in der Coronakrise

„Wildeshausen hilft“: Bürger schließen sich gegen Virus zusammen

Hier werden Hilfsangebote angenommen: Holger Rinne hat die Facebook-Gruppe mit einem ansprechenden Motiv versehen und koordiniert die Zuschriften. illustration: Rinne
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Hier werden Hilfsangebote angenommen: Holger Rinne hat die Facebook-Gruppe mit einem ansprechenden Motiv versehen und koordiniert die Zuschriften.

Wildeshausen – So rasant ist wohl noch keine Facebookinitiative mit Wildeshauser Beteiligung gewachsen. Am Samstagnachmittag hatte Holger Rinne beschlossen, eine Gruppe unter dem Titel „Wildeshausen hilft“ ins Internet einzustellen. Am Sonntag um 12 Uhr hatte sie bereits mehr als 400 Mitglieder – und die Zahlen wachsen stetig.

„Ich bin total begeistert über diese Reaktion“, so Rinne. „Gerade in der aktuellen Situation ist es wichtig, sich gegenseitig zu helfen“, beschrieb er sein Anliegen in der Gruppe – angesichts der Lage, dass jeder aufgefordert ist, wegen des Coronavirus die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu begrenzen. „In diesem Forum könnt ihr Hilfsangebote oder Gesuche posten und miteinander in Kontakt treten. Wenn beispielsweise jemand in Quarantäne ist oder zu einer Risikogruppe gehört und Hilfe benötigt, sollte er einfach einen Post erstellen und auf Antwort warten. Wenn jemand etwas von der Apotheke braucht, Lebensmittel oder sonstige Hilfe. Auch, wenn ihr oder einer eurer Freunde helfen möchte, einfach hier posten“, ermunterte Rinne die Wildeshauser. „Lasst uns alle zusammenhalten, um diese besondere Lage und schwierige Zeit gemeinsam gut zu überstehen. Auch Angebote für Kinderbetreuungen in sehr kleinem Rahmen wären für viele sicher hilfreich. Schulen und Kitas sind geschlossen. Oma und Opa sollen nicht gefährdet werden.“

Innerhalb kurzer Zeit gingen auf der Facebook-Seite Angebote ein. „Kann für jemanden einkaufen gehen. Richtet sich an Menschen aus der Risikogruppe“, lautete beispielsweise eine Zuschrift. „Bin gerne bereit, zu helfen, und Einkäufe zu übernehmen. Auch Kinderbetreuung wäre möglich, da ich unter der Woche öfter frei habe“, bot jemand anderes an. „Einkäufe, Botengänge – und auch für die Vierbeiner zwecks Gassi gehen stehe ich gerne zur Verfügung. Einfach melden“, hieß es später.

Schnell wurde jedoch deutlich, dass viele Menschen, die älter oder schwer erkrankt sind, weder über einen Internetanschluss verfügen oder Facebook als Informations- und Diskussionsmedium nutzen. Darauf reagierte Rinne, der schnell von vier weiteren Administratoren unterstützt wurde, mit einem Aufruf: „Häufig haben ältere Menschen keinen Zugang zum Internet. Bietet auch denen eure Hilfe an. Einfach einen Zettel an die Tür hängen oder in den Briefkasten werfen“, schrieb er. In diesem Zusammenhang stellte er zudem ein Formular in die Gruppe ein, auf dem Bürger ankreuzen können, ob sie Hilfe anbieten oder benötigen. Gleichzeitig können sich Menschen mit ihrem ernst gemeinten Anliegen bei Rinne auf dem Anrufbeantworter unter Telefon 04431/7470382 melden. „Ich gebe die Informationen dann in die Gruppe weiter“, versichert er. Er werde zudem dafür sorgen, dass wichtige Daten nicht öffentlich gemacht werden.

„Wir wollen einfach helfen“, betont der 56-Jährige. „Derzeit haben wir in Wildeshausen ja noch keine bestätigten Erkrankungsfälle. Es ist gut, schon im Vorfeld deutlich zu machen, dass hier niemand allein ist, wenn man die eigene Wohnung nicht mehr verlassen darf.“

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