Unterschriftenliste von Bürgern aus dem Dorf gegen Neunutzung des Campingplatzes und mobile Wohnheime/Heute Beratung

Anwohner von Aumühle: Bebauungsplan nicht ändern

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Anbauten wie sie noch vor zwei Monaten auf dem Campingplatz standen, sind zukünftig nicht mehr erlaubt. Auch mobile Wohnheime sind derzeit nicht zulässig.

Wildeshausen - Der Tagesordnungspunkt „Anpassung der Bauleitplanung im Bereich des Campingplatzes Aumühle“ dürfte heute Abend im Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt in Wildeshausen für einigen Diskussionsstoff und viele Zuhörer sorgen. Wie berichtet, hat der Landkreis Oldenburg verfügt, dass der Campingplatz bis Ende des Monats zurückgebaut werden soll, so dass die Gebäude der Campingplatzverordnung entsprechen.

Die UWG hat unterdessen die Aufstellung eines Bebauungsplanes beantragt, damit auf dem Gelände bis zu zwölf mobile Wohnheime aufgestellt werden können. Denn, so der Antrag, „jeder Mensch sollte die Möglichkeit erhalten, sein Leben so gestalten zu dürfen, wie es ihm möglich ist, ohne andere in seinem Umfeld zu beeinträchtigen“.

Der Stadt und dem Rat liegt jedoch seit gestern eine Unterschriftenliste mit über 60 Namen aus Aumühle vor. In dem Begleitbrief sprechen sich die Anwohner für eine Ablehnung des UWG-Antrages aus. „Seit Monaten verfolgt die Bürgerschaft Aumühle die besorgniserregende Entwicklung auf dem Campingplatz“, heißt es in dem Schreiben. Deshalb hätten sich die Anwohner am 21. April versammelt, um mit einer Stimme sprechen zu können.

Die Aumühler haben einige gewichtige Argumente. „Schon im Zuge der Gleichberechtigung gegenüber den Bewohnern der Ferienhaus- und Wochenendhaussiedlung in Aumühle ist dem Antrag nicht zuzustimmen“, meinen sie. Denn deren Anträge auf Umwidmung zum Wohngebiet seien in den vergangenen Jahren immer wieder abgelehnt worden. Diese Häuser entsprächen auf jeden Fall den baurechtlichen Bestimmungen – oder Verstöße dagegen würden geahndet. Zudem seien die Grundstücke bezüglich Stromversorgung, Wasser/Abwasser und Müllentsorgung voll erschlossen. Dagegen sei die Abwasserentsorgung auf dem Campingplatz vollkommen überlastet. „Die zulässige Einleitung läuft bereits über, und eine stinkende ‚Jauchegrube‘ breitet sich zusehends aus“, heißt es in dem Brief.

Neben den hohen Kosten für eine neue Bauleitplanung von etwa 60000 Euro kritisieren die Anwohner die Idee von „mobilen Wohnheimen“. „Es ist nicht zu erwarten, dass die Bewohner sich diese aus eigenen Stücken leisten könnten. Hier haben wir die Befürchtung, dass findige Investoren oder auch die Betreiber der ‚fleischverarbeitenden Industrie‘ sich mit kleinstem Aufwand eine tolle Verdienstquelle schaffen oder ihre Kosten auf dem Rücken anderer bewusst klein halten“, steht in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt.

Die Anwohner sind zudem der Meinung, man solle die Zustände auf dem Campingplatz nicht nachträglich legalisieren. Der Besitzer habe sich mit seinem „Traumgebilde Ferienpark Aumühle“ deutlich übernommen und sei gescheitert: „So kann es gehen im Geschäftsleben.“

Abschließend stellen die Aumühler fest: „Wenn wir uns moralisch in der Verpflichtung sehen, den Bewohnern zu helfen, dann indem der Stadtrat dafür Sorge trägt, beim Landkreis eine Verlängerung der einzelnen Fristen bezüglich Räumung oder Rückbau zu erwirken, damit keine unnötigen Härtefälle entstehen.“

dr

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