Ergebnisse der ersten IHK-Standortumfrage liegen vor 

Unternehmer geben Landkreis Oldenburg gute Noten

Bernd Seifert, Harald Meyer und Stefan Schnier diskutierten mit Landrat Carsten Harings und Wirtschaftsförderer Hans-Werner Aschoff (von links) die Ergebnisse der Umfrage. - Foto: bor

Wildeshausen - Die IHK-Standortumfrage hat ergeben, dass die Unternehmer im Landkreis Oldenburg im Großen und Ganzen zufrieden sind. 80 Prozent würden sich wieder dort ansiedeln. Aber es gibt auch Defizite, zum Beispiel bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete. Schließlich wollen sich 37 Prozent der 144 Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, vergrößern. Das Papier wurde am Montag im Kreishaus vorgestellt.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hatte die Firmen angeschrieben und gebeten, sechs Standortfaktoren mit Schulnoten zu bewerten. Es ging um Infrastruktur (Note 3,1), Arbeitsmarkt (3,3), Wirtschaftliches Umfeld (2,9), Standortkosten (3,2), Verwaltung (3,2) und Allgemeines Umfeld (2,7).

Die jeweiligen Faktoren teilen sich in drei bis sieben Unterkategorien auf. Bestnoten gab es für die Lebensqualität (2,3), das Kinderbetreuungs- und Schulangebot (2,5) sowie die Straßenverbindungen (2,4). Eher schlecht schnitten die Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften (3,5), die Steuern und Abgaben (3,4) und die Breitband- beziehungsweise Internetversorgung (3,5) ab.

Die IHK beließ es nicht bei der reinen Bewertung, sondern formulierte auch vier Handlungsempfehlungen, die sie allerdings nicht als Generalkritik versteht. Die erste fordert Kreis und Gemeinden auf, den Ausbau des Internets voranzutreiben. Landrat Carsten Harings verwies darauf, dass Fördermittel bewilligt sind. „Wir sind auf dem Weg, die Versorgung nachhaltig zu verbessern.“

Zudem verlangt die IHK, mehr Industrie- und Gewerbeflächen auszuweisen. Bei Wirtschaftsförderer Hans-Werner Aschoff rennt sie damit offene Türen ein. „Wir müssen einiges tun. Pro Jahr werden rund zehn Hektar Gewerbeflächen verlangt. Im Angebot sind jetzt noch 30 Hektar. Das ist zu wenig.“ Eine Idee ist es, Gewerbeflächen entlang von Autobahnen auszuweisen, wo es bereits jetzt nicht sonderlich lebenswert ist. Allerdings würden zum Beispiel an der A 28 im Hasbruch Konflikte mit dem Naturschutz auftreten.

Dritter Punkt auf der Liste der Wirtschaftskammer ist die Sicherung von Fachkräften. Landrat und IHK sind sich einig, dass Kreis und Unternehmen hier gemeinsam in der Verantwortung stehen.

Die letzte Empfehlung behandelt schließlich die Sicherung der Lebensqualität. Dabei geht es auch um bezahlbaren Wohnraum. „Wir brauchen erschwingliches Bauland, das merkt man in den Bewerbungsgesprächen“, sagte Harald Meyer, Mitglied im IHK-Beirat. Der Unternehmer betonte aber auch: „Der Landkreis ist mit seiner Wirtschaftsförderung gut aufgestellt, ich bin zufrieden.“

Landrat Harings bewertete die Ergebnisse der Umfrage als gute Ausgangslage. 2018 oder 2019 soll sie wieder durchgeführt werden. Der ausführliche Bericht kann auf der Internetseite der IHK eingesehen werden.

bor

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