Woodhouse Jazzband mit vokalem Support

„Unser Schlagzeuger ist auch Musiker“

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Sorgten für Romantik und swingende Füße im Kreismusikschulsaal: Gaby Goldberg und die Woodhouse Jazzband. 

Wildeshausen - Jazz-Insider, aber auch Fans von Mainstream-Formen der swingenden Musik kamen beim Konzert der Woodhouse Jazzband featuring Gaby Goldberg am Freitagabend im Kreismusikschulsaal voll auf ihre Kosten. Posaunist Horst Janßen hatte während seiner augenzwinkernden Begrüßung betont, dass die Band für ihre Vielseitigkeit sowie für ihre „hervorragenden Solisten“ bekannt sei – und damit nicht zu viel versprochen. Bereits zum dritten Mal traten die Ruhrpottler aus Mühlheim auf Einladung der Wildeshauser Jazzfreunde in der Wittekindstadt auf. Zum ersten Mal hatten sie allerdings die renommierte Jazz-Sängerin Gaby Goldberg mit „im Gepäck“.

Mit Jelly Roll Mortons „King Porter Stomp“ und dem durch Louis Armstrong bekannt gewordenen Titel „Struttin‘ with some barbecue“ eröffnete die Combo das Konzert mit zwei echten Klassikern. Schon dabei ergab sich ausgiebig Gelegenheit, das Publikum mit meisterhaft dargebotenen Soli zu begeistern. Klarinette, Trompete, Posaune und Klavier spielten sich abwechselnd in die Herzen der Zuschauer. Trotzdem ließen sich Schlagzeuger Rolf Drese und Andy Scheel am Kontrabass leicht als die Hauptverantwortlichen für den jazzigen Klang enttarnen. Bei einigen der späteren Stücke zeigte sich mitunter, dass auch die beiden Musiker der Rhythmusgruppe mit fulminanten Soli zu glänzen verstehen.

Für einen glänzenden Auftritt sorgte jedoch erst einmal Gaby Goldberg, die zum dritten Stück auf die Bühne kam. „Ihr Leben als Sängerin führte sie durch Europa und den Rest der Welt“, kündigte Janßen die deutsche Vokalistin an. Goldberg und die Band hatten sich kennengelernt, als der mittlerweile verstorbene Paul Kuhn, der Altmeister des deutschen Jazz, einen Gastauftritt in der Woodhouse Jazzband bestritt. Mit seiner Combo hatte Goldberg lange Zeit auf der Bühne gestanden. „Wir freuen uns immer, wenn wir sie dabei haben“, so Janßen.

„Die meisten Arrangements hat er geschrieben“

Beim Duke-Ellington-Klassiker „Don’t get around much any more“ lernte das Publikum Goldbergs Stimme kennen und lieben. Es folgte mit „Almost like being in love“ ein Modern-Jazz-Song aus einem Musical aus dem Jahr 1947. Bei Ellingtons „Drop me off in Harlem“ ließ die Sängerin die Band kurzzeitig nochmal allein, um sogleich zu „There’ll never be another you“ wieder auf die Bühne zu kommen. Mit dem raffinierten Arrangement des Songs habe Rolf Drese der Band mal wieder eine Überraschung beschert, sagte Janßen. „Ja, wir haben einen Schlagzeuger in der Band, der auch Musiker ist“, flachste der Posaunist und Moderator in Richtung Bandkollege – und vertraute dem Publikum an, Drese komme tatsächlich die musikalische Leitung zu. „Die meisten Arrangements hat er geschrieben.“

Zur Höchstform lief Goldberg bei dem romantischen Fred-Astaire-Song „They can’t take that away from me“ auf. Das Stück des Komponistenpaares George und Ira Gershwin wurde durch das Filmmusical „Tanz mit mir“ (1937) berühmt und gehört heute zu den absoluten Evergreens des „Great American Songbook“. Mit einem von Goldbergs „Lieblingsarrangements“ von Drese, nämlich einer für Band und Sängerin maßgeschneiderten Version der Ballade „Misty“, schlossen die Musiker ihr erstes Set ab: „I’m too misty and too much in love.“

Zum Ausklang der Jazzsaison dürfen sich die Jazzfreunde übrigens auf ein weiteres Highlight freuen: Am 16. Dezember tritt das Frank Muschalle Trio im Rathaussaal auf. 

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