86 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge im Kreis

Unklare Perspektive

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Wildeshausen - Die Integration der 86 unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge im Landkreis Oldenburg läuft zwar gut, aber eine Perspektive über die ersten Monate hinaus gibt es noch nicht. Besonders kritisch ist die Lage bei den Jugendlichen, die berufsschulpflichtig sind.

Der Jugendhilfeausschuss befasst sich am Dienstag, 26. April, ab 17 Uhr im Kreishaus damit. Das Problem ist, dass viele der Asylbewerber nicht in der Lage sind, einfach so in eine normale Klasse zum Beispiel bei den Berufsbildenden Schulen (BBS) zu gehen.

Deswegen gibt es vom Land geförderte „Sprint-Klassen“, von denen beispielsweise an den BBS in Wildeshausen jedoch nur eine existiert. Dort lernen sie zum Beispiel die deutsche Sprache aber auch die Kultur- und Berufswelt kennen. „Die Kapazität war schnell erschöpft“, drückt es Ahlrichs diplomatisch aus.

Aufgrund der wenigen Plätze hat das Jugendamt in Kooperation mit den Volkshochschulen (VHS) Wildeshausen und Ganderkesee Integrations- und insbesondere Sprachkurse organisiert. Nach den Osterferien sei der Besuch der allgemeinbildenden Schulen nun gestartet, so Jugendamtsleiter Martin Ahlrichs.

Für die berufsschulpflichtigen Ausländer gab es ebenfalls nicht genug Plätze in „Sprint-Klassen“. Auch für diese Klientel gestaltete das Amt in Zusammenarbeit mit den genannten Volkshochschulen in Räumen des VfL Wittekind Wildeshausen ein Angebot.

Soweit so gut. Aber die Perspektive für die Berufsschüler für die Zeit nach den Sommerferien, wenn sie die VHS-Kurse geschafft haben, sei weiterhin unklar, so Ahlrichs. Derzeit liefen Gespräche mit den BBS darüber.

Von der schulischen Situation abgesehen, läuft es gar nicht so schlecht. So hat der Jugendhof Steinkimmen mit in der Spitze 45 Jugendlichen seine Auffangfunktion erfüllt. Allerdings bedauert Ahlrichs, dass es nicht genug freie Jugendhilfe-Träger für die Unterbringung, Diagnostik und Versorgung mit Anschlusshilfen gäbe. „Hierfür entwickeln sich erst nach und nach neue Angebote. Entweder, weil es schwierig ist, eine geeignete Immobilie oder geeignetes Personal zu finden. Auch haben einige nicht das erhoffte Engagement entwickelt.“ Unter freien Trägern versteht man zum Beispiel Wohlfahrtsverbände und Vereine aber auch die Diakonie.

bor

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