OLB-Übergangsdomizil an der Bahnhofstraße

Umzug ist angesagt: Anzug gegen Jeans eingetauscht

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Kisten über Kisten, aber die Übersicht verliert Ralf Müller (rechts) nicht. Alles muss eben rein.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Kurzerhand hat Ralf Müller, Leiter der Oldenburgischen Landesbank (OLB) in Wildeshausen, Anzug und Schlips gegen Jeans und Polo-Shirt sowie Kugelschreiber und PC gegen Kisten und Kartons eingetauscht. Denn die OLB an der Westerstraße ist geschlossen, der vorübergehende Umzug ins ehemalige Postgebäude an der Bahnhofstraße ist in vollem Gange.

„Alles muss hierher, damit wir den Kunden ab Mittwoch, 28. Juni, auch an diesem Standort den vollen Service bieten können“, erzählt Müller, während er einen weiteren Umzugskarton hereinschleppt und ausräumt. „Hier stehen uns auf drei Ebenen etwa 600 Quadratmeter zur Verfügung.“ Sogar die Geldautomaten sind schon vor Ort, müssen nur noch eingerichtet werden. Auf dem Innenhof steht zusätzlich ein Container. „Darin bieten wir den Kunden rund um die Uhr den SB-Service mit Geldautomat und Auszugsdrucker an“, betont Müller.

Eines gibt es an der Bahnhofstraße jedoch nicht: Schließfächer. „Die Fächer an der Westerstraße sind bereits geräumt. Im Neubau werden wir diese dann natürlich auch wieder anbieten. Aber das dauert eben rund zwei Jahre, bis es so weit ist“, sagt Müller. Schon bald werde mit dem Abriss des alten Bankgebäudes begonnen: „Vorher soll es aber noch eine Abschiedsparty geben, zu der wir auch die ehemaligen Mitarbeiter einladen werden.“ Immerhin sei jahrelang darum gekämpft worden, einen Neubau zu bekommen.

Der Beginn der OLB in Wildeshausen

Zur Geschichte der OLB in der Kreisstadt hat Alfred Panschar beim Stöbern im Archiv einen Artikel entdeckt. So schrieb die Wileshauser Zeitung am 4. Januar 1969: „Am 1. Januar konnte die Oldenburgische Landesbank auf ein 50-jähriges Bestehen ihrer hiesigen Filiale zurückblicken. Diese ging als Depositenkasse aus einer ab 1912 von Ratsherrn H. Hoopmann verwalteten Agentur hervor. Seither ist die OLB maßgeblich an der Förderung des wirtschaftlichen Lebens in der Stadt und ihrer Umgebung beteiligt. Die Bank begrüßt besonders die erfolgreichen Bemühungen der Stadtverwaltung, die zur Anerkennung Wildeshausens als Bundesausbauort geführt haben. Damit eröffnen sich für die Wildeshauser Wirtschaft Möglichkeiten, für verschiedene gewerbliche Zwecke zinsgünstige Kredite von der OLB zu erhalten. Durch den Fleiß, die Sorgfalt und die Gewissenhaftigkeit, mit der die OLB-Filiale das Bankgeschäft betreibt, erwarb sie in Wildeshausen und Umgebung großes Vertrauen. Im September 1929 übernahm die OLB die Agentur der Darmstädter und Nationalbank und eröffnete im Oktober des gleichen Jahres ihre Geschäftsstelle in Ahlhorn.

Ab 1956 auf dem Weg in die Zukunft

Schon 1956 setzte die OLB als erstes Kreditinstitut im Raum Weser-Ems eine moderne Datenverarbeitungsanlage ein und tat mit sicherem Gefühl für das Richtige die ersten Schritte in die Computer-Zukunft. Seit Mitte 1960 ist auch die Filiale Wildeshausen mit der modernen Datenverarbeitungsanlage verbunden. Diese Anlage schreibt Kontenauszüge, rechnet Zinsen, bucht Sparkonten, fertigt Depot-Auszüge an und steht im Dienst des Dauerauftragsverkehrs.

Mit der Eröffnung ihrer Geschäftsstelle am Westertor im Jahr 1960 konnte die OLB auch ihren Kunden im westlichen und südwestlichen Stadtteil und in den dort vorgelagerten kleineren Orten weiterhelfen. Die überdurchschnittliche Entwicklung der Filiale machte die Schaffung größerer und zweckmäßiger Räumlichkeiten erforderlich. Mit Übergabe eines Neubaus an ihrem bisherigen Domizil Hunte-/Ecke Wittekindstraße im Jahr 1961 war die räumliche Not beseitigt. Einst als Notenbank des Großherzogtums Oldenburg im Jahr 1869 gegründet, hat sich die Oldenburgische Landesbank schnell zu einer bedeutenden Spar- und Kreditbank entwickelt, deren Wirkungsbereich weit über das alte Land Oldenburg hinausreicht.“

Im Jahr 1978 hat die OLB schließlich ihr neues Domizil an der Westerstraße bezogen, das jetzt dem Abrissbagger zum Opfer fällt.

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