Umfrage bestätigt Handlungsbedarf bei der Breitbandversorgung im Landkreis

Das Verlangen nach schnellerem Internet ist groß

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Die Anforderungen an die Übertragungsgeschwindigkeit eines Internetanschlusses sind gewaltig gestiegen.

Landkreis - Von Karsten Tenbrink. Bei vielen Internetanschlüssen im Landkreis Oldenburg hapert es an der Übertragungsgeschwindigkeit. Das ergaben Umfragen im Rahmen des Projekts „Strukturplanung Breitbandausbau“. Demnach wünschen sich 95 Prozent der Teilnehmer ein schnelleres Netz.

Wie berichtet, lässt der Landkreis derzeit ein Konzept zum Breitbandausbau erarbeiten. Erster Schritt: eine Ist-Analyse und Bedarfsabfrage. Eine Online-Umfrage des Breitband Kompetenz Zentrums Niedersachsen erbrachte 2493 verwertbare Antworten. Nur fünf Prozent der Teilnehmer sagten: „Ja, mir genügt mein derzeitiger Anschluss.“ Als repräsentativ könne das Ergebnis jedoch nicht gelten. Zur Teilnahme wurde auf freiwilliger Basis aufgerufen und wie die Erfahrung zeigten, „beteiligen sich an derartigen Umfragen in erster Linie unzufriedene Breitbandnutzer“, erklärte Kreissprecher Oliver Galeotti.

Angaben zu ihrer aktuellen Übertragungsgeschwindigkeit machten 2115 Teilnehmer. 61 Prozent sind demnach mit höchstens sechs Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Netz unterwegs – 51 Kreisbewohner sogar mit weniger als einem Mbit/s. Damit liegen sie sogar noch deutlich unterhalb des Standards von zwei Mbit/s, der bei der vergangenen Breitbandoffensive vor etwa fünf Jahren erreicht werden sollte.

Bei einer zusätzlichen repräsentativen Telefonbefragung unter 301 Privatpersonen und 50 Gewerbetreibenden fiel das Ergebnis nicht ganz so niederschmetternd aus. Aber auch dabei zeigte sich: 22 Prozent der Privathaushalte monieren eine unzureichende Geschwindigkeit, ganze 36 Prozent der gewerblichen Nutzer sind „gar nicht zufrieden“ mit dem Tempo ihres Anschlusses, weitere 25 Prozent sind nur „durchschnittlich“ zufrieden.

Beide Datenerhebungen belegen: Bürger und Unternehmen im Landkreis wünschen sich schnelleres Internet. Bei der Online-Umfrage gaben 60 Prozent der 2493 Teilnehmer eine Wunschbandbreite von 50 Mbit/s und mehr an. Das entspricht dem Ziel der Bundesregierung: Bis 2018 soll es in Deutschland eine flächendeckende Versorgung mit Übertragungsraten von mindestens 50 MBit/s geben. Das Projekt „Strukturplanung Breitbandausbau“ setzt ein wenig bescheidener an: Mindestens 30, besser noch 50 Mbit/s soll der bevorstehende flächendeckende Ausbau mit sich bringen. Von dem Ziel, überall Geschwindigkeiten von 30 Mbit/s zu erreichen, ist der Landkreis theoretisch gar nicht mehr so weit entfernt: Von insgesamt 44130 Adressen ist bei 35153 eine Übertragungsrate von 30 Mbit/s möglich oder bereits vorhanden, das entspricht einer Quote von knapp 80 Prozent. Demnach bedürfen noch 8976 Gebäude oder 20,34 Prozent eines Ausbaus (siehe unten), um das Minimalziel zu erreichen.

Eine schnelle Internetverbindung ist längst nicht mehr nur für Unternehmen ein Faktor bei der Standortwahl, sondern auch für Privatleute. Das machte auch die Umfrage nun deutlich: Die Nutzungsvielfalt hat sich demnach in den beiden vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Gerade Anwendungen, die eine große Übertragungsgeschwindigkeit voraussetzen, nehmen zu. Das betrifft zum Beispiel das Schauen von Filmen über das Internet.

Wie es nun mit dem Breitbandausbau im Landkreis Oldenburg weitergeht, werden Landrat und Bürgermeister der Kommunen miteinander besprechen. Zu klären sind beispielsweise die Kosten des Ausbaus sowie eine mögliche Beteiligung durch Bund und Land.

Hier lahmt das Internet

8 976 Adressen im Landkreis sind mit einem Internetanschluss versorgt, der Übertragungsgeschwindigkeiten von weniger als 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bietet. Das entspricht etwas mehr als 20 Prozent der Adressen insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt auf die Kommunen:

• Großenkneten 1455

• Harpstedt 1391

• Hatten 1247

• Hude 1172

• Wardenburg 1069

• Ganderkesee 1012

• Dötlingen 898

• Wildeshausen 732

Deutlich häufiger als Gewerbetreibende (478) haben Privatkunden einen dieser langsameren Internetanschlüsse (8498). Bei den Privatadressen stimmt der Trend mit den Gesamtzahlen vollständig überein: Die meisten Betroffenen gibt es in der Gemeinde Großenkneten (1385), die wenigsten in der Kreisstadt (667). Etwas anders stellt sich das Bild allerdings bei den Gewerbekunden dar:

• Ganderkesee 83

• Harpstedt 76

• Hude 72

• Großenkneten 70

• Wildeshausen 65

• Hatten 46

• Dötlingen 39

• Wardenburg 27

Adressen sind gleichzusetzen mit Gebäuden, aber nicht mit Haushalten. An einer Adresse kann es mehrere Haushalte geben.

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