Umfassendes Modernisierungskonzept beschäftigt Wildeshauser Politik

Friedhof bald auch für Moslems geeignet?

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Der Parkplatz vor der Kapelle soll saniert werden.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. In einem ersten Schritt soll schnellstmöglich der Parkplatz am Wildeshauser Friedhof in einen ordentlichen Zustand versetzt werden. Doch, um die letzte Ruhestätte in der Kreisstadt attraktiver zu gestalten, ist nach Einschätzung einer Projektgruppe viel mehr nötig. Mit deren Vorschlägen wird sich am 12. November der Ausschuss für Stadtentwicklung befassen.

Die Bestattungskultur wandelt sich, und damit verschlechtern sich auch die Betriebsergebnisse des städtischen Friedhofes. Deshalb befassten sich Fachleute in den vergangenen Monaten mit der Frage, wie die Attraktivität des städtischen Geländes gesteigert und die Wirtschaftlichkeit verbessert werden kann.

Ein ganz wesentlicher Aspekt dabei ist das derzeit wenig attraktive Erscheinungsbild der Friedhofskapelle, das verändert werden soll. Dazu gehören nicht nur ein neuer Anstrich für Fenster und Außentüren und die Sanierung des Bereiches vor der Kapelle, sondern auch die Renovierung der Sitzbänke mit dem Anbringen von Polstern und eine optische Umgestaltung des Innenraums. Zweckmäßig sind nach Einschätzung der Projektgruppe auch eine Lüftungsanlage, ein neues Zugangstor, ein moderner Zaun, ein Vorhang zur optischen Raumverkleinerung des Andachtsraumes, die Installation eines Strahlers zur Ausleuchtung des Aussegnungsbereiches und eine Modernisierung der Lautsprecheranlage.

Doch nicht nur das Ambiente soll aufgewertet werden. Ziel ist es, das Leistungsspektrum des Friedhofes deutlich auszuweiten. Mittel- und langfristig plädieren die Mitglieder der Projektgruppe für die Schaffung eines Angebotes eines naturnahen Begräbnisses. Die Verwaltung wurde bereits aufgefordert, nach geeigneten Stellen für einen Friedwald zu suchen. Denkbar wären aber auch das Angebot einer muslimischen Bestattung oder die Nutzung von Rasengräbern mit Platte. Die Stadtverwaltung könnte Reservierungen für ausgewählte Grab- und Urnenstellen ermöglichen und die Bestattung inklusive einer Pflege des Grabes offerieren. Das alles müsste unter anderem durch Marketingmaßnahmen unterstützt werden.

Das gesamte Maßnahmenpaket würde die Stadt jedoch annähernd 200000 Euro kosten. Davon entfallen aber 120000 Euro auf Pflasterarbeiten des Hauptweges sowie zweier parallel zum Hauptweg verlaufender Wege. Den ausgeführten Arbeiten entsprechend müssten die Benutzungsgebühren angepasst werden. Allerdings dürften die Politiker noch einigen Diskussionsbedarf haben, ob der Haushalt überhaupt derartig hohe Ausgaben verkraften kann.

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