Goldschmied Malte Groh fertigt seit 33 Jahren Sonnenuhren in einer alten Wassermühle an

Der Uhrmacher von Wildeshausen

Ein außergewöhnlicher Arbeitsplatz: Im Inneren der alten Wassermühle befindet sich Grohs „Atelier Lohmühle“. Fotos: Terrasi

Lohmühle - Von Lara Terrasi. „Die Sonnenuhr geht immer richtig, die Räderuhr nimmt man zu wichtig“, zitiert Malte Groh gut gelaunt einen Spruch. Vor 33 Jahren bezog der gelernte Goldschmied die alte Wassermühle in Lohmühle. Sie liegt idyllisch mitten im Grünen neben dem Lohmühlenbach und der Brauerei Bannas. Groh renovierte das Gebäude und richtete dort sein „Atelier Lohmühle“ ein, in dem er unter anderem Uhren fertigt. „Es ist eine ewige Baustelle. Bei alten, historischen Häusern ist das ja auch normal“, so Groh. Das Wasserrad sei sogar funktionsfähig. „Damit erzeuge ich Strom und versorge mein Haus ergänzend“, erzählt Groh, der neben seinem Atelier wohnt. Im Moment befindet sich jedoch wegen der Trockenheit zu wenig Wasser im Bach.

Der 53-Jährige hat sich schon immer für Astronomie und Schmuck interessiert. „Die Bewegung am Himmel spiegelt sich in den Uhren wider“, sagt er. Der Goldschmied fertigt neben Ketten auch Kerzenständer, Sonnen- und Sternuhren sowie Mondkalender. Das Astronomiewissen eignete er sich selbst an. „Die Astronomie ist ein Interesse von mir. Ich gucke gerne in den Himmel. Der ist ja auch nicht zu übersehen“, erzählt er und lacht.

Groh meint, dass es bei Sonnenuhren eine unendliche Vielfalt gebe. Er fertigt sie in erster Linie in Miniaturform an. Seine Uhren lehnen sich an historische Modelle des 15. und 16. Jahrhunderts an. „Früher war es üblich, dass Leute solch eine Uhr bei sich trugen.“ In seinem Atelier finden sich unter anderem azimutale Sonnenuhren, die gerade einmal so groß wie eine Handfläche sind. „Das ist eine klassische Form“, sagt er und zeigt eine solche Uhr, die in Richtung Süden gerichtet sein und an einem festen Platz stehen muss.

Anders ist es bei Höhensonnenuhren. „Die sind mobil und können auch als Schmuckstück getragen werden“, erklärt er. Sie werden in Richtung Sonne gehalten und messen die Zeit daran, wie hoch sie steht. „Der ,wahre‘ Mittag ist, wenn die Sonne am höchsten steht und sich genau im Süden befindet“, erklärt Groh. Die Zeitumstellung lasse sich damit natürlich nicht einstellen. „Man kann die Sonne ja nun mal nicht verschieben“, sagt der 53-Jährige. Als Werkstoff verwendet er hauptsächlich Kupfer. Seine Kerzenleuchter fertigt er aus demselben Material sowie aus Spiegeln. Seine Sternuhren bestehen aus Keramik und Messing. Um diese nutzen zu können, müssen die Sterne sichtbar sein.

Wenn er über das Thema Sternzeichen spricht, ist Groh in seinem Element. Diese Tierzeichen finden sich auch in seinen Schmuckstücken wieder. Auf der Vorderseite eines Kettenanhängers sind indianische Tiere abgebildet, auf der Rückseite das Sternbild. Seine Arbeiten stellt Groh auf Kunsthandwerkermärkten in der Region aus. Die Anhänger sägt er mit der Laubsäge zurecht. „Die kommt mit am häufigsten zum Einsatz.“ Die Ideen zu neuen Modellen gehen ihm nie aus. Das Rauschen des Baches inspiriere ihn: „Es gibt so viele Möglichkeiten, die kann ich in meinem Leben gar nicht umsetzen. Ich bin während der Arbeit frei, und das ist mir wichtig“, sagt der 53-Jährige und schaut zufrieden aus dem Fenster ins Grüne.

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