Wirtschaftsförderer Claus Marx verhandelt / „Es gab Alternativen für Burmeister“

Überregionales Unternehmen möchte nach Wildeshausen

Wirtschaftsförderer Claus Marx.

Wildeshausen - Es fehlt der Stadt Wildeshausen an Industrie- und Gewerberflächen – so lautet die Klage von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden. Mit der Firma Burmeister wird Ende des Jahres ein Wildeshauser Traditionsunternehmen abwandern. Der Vorwurf lautete auch hier, die Stadt habe keine Flächen anbieten können. Redaktionsleiter Dierk Rohdenburg sprach darüber und über die derzeitige Situation mit dem Wildeshauser Wirtschaftsförderer Claus Marx.

Herr Marx, vor wenigen Tagen hat ein Wildeshauser Mittelständler bekannt gegeben, nach Rechterfeld zu ziehen, weil ihm keine Perspektiven in der Kreisstadt geboten wurden? Stimmt das?

Marx: Mir war bereits seit einiger Zeit bekannt, dass das Unternehmen am jetzigen Standort keine Entwicklungsperspektive für die Zukunft hat. Dass die Stadt keine Alternativen geboten hat, ist nur bedingt richtig: Eine stadteigene Fläche, die für den geforderten nächtlichen Betrieb geeignet ist, konnte aufgrund der bekannten Immissionsproblematik leider nicht angeboten werden. „Qualifikationen der Mitarbeiter“ haben dabei natürlich keine Rolle gespielt. Jedoch ist durch die Verlagerung eines Betriebes eine im Privateigentum stehende Industriegebietsfläche frei geworden, die dem Traditionsunternehmen selbstverständlich angeboten wurde.

Die Flächen sind also knapp. Was können Sie interessierten Unternehmen noch wo anbieten?

Marx: Es kommt auf die Anforderungen des Unternehmens an. Im Bereich der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (StEM) können wir Gewerbe- und Mischgebietsflächen in unterschiedlichen Größen anbieten. Leider verfügt die Stadt Wildeshausen gegenwärtig nicht über dringend notwen-dige Industrieflächen, die von Firmen im Dreischichtbetrieb oder mit vielen LKW-Bewegungen benötigt werden. Durch einen sehr engen Kontakt zur Wirtschaft ist es mir im Einzelfall ferner möglich, Alternativen über den privaten Grundstücksmarkt anzubieten.

Dürfen wir uns auf neue Ansiedlungen in naher Zukunft freuen?

Marx: Ich bin aktuell im Kontakt unter anderem mit einem überregional tätigen Unternehmen, das einen geeigneten Standort in Wildeshausen sucht. Zwei bis drei Standorte scheinen aus meiner Sicht geeignet zu sein. Die Gespräche laufen noch, Grundstücksverhandlungen müssen noch geführt werden. Weitere Einzelheiten kann ich aus Gründen der Diskretion im Moment leider noch nicht verraten. Aber auch die ortsansässigen Betriebe entwickeln sich prächtig, wie man im Be-reich der „Gutenbergstraße“ gut erkennen kann.

Wie sehen die mittelfristigen Perspektiven aus? Wie weit sind die Entwicklungen für ein interkommunales Industriegebiet in Hockensberg oder Wildeshausen-West?

Marx: Die Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen in Wildeshausen findet wie bereits erwähnt auf mehreren Ebenen statt: Innerhalb der StEM können Mischgebietsflächen (Kombination für nicht störendes Gewerbe und Wohnen) und Gewerbegebietsflächen in verschiedenen Größen und Lagen angeboten werden. Aber auch das private Angebot ist beachtlich und wird bei der Entwicklung von Betrieben einbezogen. Das geplante interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet im Bereich Hockensberg wird aktuell in guten Gesprächen mit den Partnerkommunen entwickelt. Aus meiner Sicht ist dieses Plangebiet kurzfristig sicherlich eine geeignete Lösung, die so dringend benötigten Gewerbe- und Industrieflächen bereitzustellen. Mittel- und langfristig ist die Stadt Wildeshausen aus meiner Sicht gut beraten, auch eigene Industriegebietsflächen auszuweisen, um Wildeshauser Betrieben am Ort eine Perspektive zu bieten. Hier sind wir gemeinsam mit der Politik ebenfalls auf einem guten Weg, alsbald die notwendigen Beschlüsse in den Gremien zu fassen.

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