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Überregionale Genealogie-Börse in Wildeshausen: Auf den Spuren der Vorfahren

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Von: Ove Bornholt

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Fotos und alte Dokumente können viel über die Ahnen verraten.
Fotos und alte Dokumente können viel über die Ahnen verraten. © OGF

Nachdem sie wegen Corona vor zwei Jahren nicht stattfinden konnte, ist nun eine große Genealogie-Börse in Wildeshausen geplant, auch für Anfänger.

Wildeshausen – Was wurde aus Onkel Fritz? Wie sind Oma und Opa aufgewachsen? Fragen wie diese werden vielleicht bei der überregionalen Genealogie-Börse für Ahnenforscher und Interessierte am Samstag, 1. Oktober, von 10 bis 16 Uhr im Rathaus in Wildeshausen beantwortet. Veranstalter sind die Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde sowie der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen. Das Treffen richtet sich an Personen, die sich gerne einmal mit dem Thema beschäftigen möchten und vielleicht auch Unterstützung beim Einstieg suchen. Das Motto lautet „Genealogie zwischen Ems und Weser“. Der Eintritt ist frei.

Laut Ankündigung sind bereits diverse Aussteller aus den Reihen genealogischer Vereine sowie Software-Hersteller und kommerzielle Anbieter von Online-Datenbanken vertreten. Parallel zur Ausstellung ist ein Vortragsprogramm geplant. Die Arbeitsgruppe Quellenerschließung der Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde hat die Gerichtsprotokolle des alten Amtes Wildeshausen der Jahre 1716 bis 1729 transkribiert und somit durchsuchbar gemacht. Kaum eine andere Quelle berichte so viel über das tägliche Leben mit all seinen Regeln und Einschränkungen in der damaligen Zeit. Es handelt sich um etwa 1.000 Verhandlungen, und jede betrifft mehrere Beteiligte (Kläger, Angeklagte und Zeugen).

1.000 alte Gerichtsverhandlungen ausgewertet

Ahnenforschung ist laut Ankündigung ein spannendes und abwechslungsreiches Hobby, das auch in Deutschland in den vergangenen Jahren zunehmend auf großes Interesse gestoßen sei. Die Recherche in Kirchenbüchern und lokalen Archiven sei für Familienforscher nach wie vor unerlässlich, auch wenn heutzutage durch genealogische Vereine, Archive und kommerzielle Anbieter viele Dokumente und Informationen bereits im Internet zugänglich seien. „Ahnenforscher begeben sich auf eine spannende Reise zu ihren Vorfahren, finden Fakten wie Geburts- oder Heiratsdaten heraus, erforschen Geschichten der Familie und über die Herkunftsorte der Vorfahren“, heißt es von Organisator Timo Kracke weiter. Dabei sei der Austausch untereinander sehr wichtig. Eine Genealogiebörse sei der ideale Ort, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen, Tipps und Tricks zur Forschung von genealogischen Vereinen zu erhalten, Computersoftware auszuprobieren und deren Möglichkeiten zu entdecken oder auch einmal in den Datenbanken kommerzieller Anbieter zu suchen.

Die Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde wurde am 15. Oktober 1927 gegründet. Ihre Aufgabe besteht laut Satzung in der genealogischen Forschung vornehmlich im Kerngebiet des alten Herzogtums Oldenburg. Um 1800 gab es im Bereich zwischen der Insel Wangerooge und dem Dümmer 78 evangelisch-lutherische Kirchengemeinden und 29 katholische Kirchengemeinden im Gebiet des Oldenburger Münsterlandes (Ämter Cloppenburg und Vechta).

Die angestrebten Ziele und die damit verbundenen Leistungen des Vereins werden insbesondere verfolgt durch die Veröffentlichung von umfangreichen Materialien zur Recherche wie etwa Quellen, Hilfsmittel und Studien sowie durch die Erarbeitung von Ortsfamilienbüchern. Der Arbeitskreis Kirchenbuch-Datenaufnahme beschäftigt sich seit 1985 mit der Aufarbeitung der Kirchenbücher, die als Ortsfamilienbuch auf CD herausgegeben werden. Auf der Internetseite www.auswanderer-oldenburg.de befindet sich die „Oldenburgische Auswanderer-Datenbank“ mit über 145 000 Personen, die fortlaufend ergänzt wird.

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