Überraschung unter der Asphaltdecke

Bauarbeiten im Kreisverkehr am Friedhof gehen voran

Arbeiter erneuern momentan den Kreisel, an dem Visbeker Straße, Feldstraße und Goldenstedter Straße zusammenlaufen.

Wildeshausen - Von Phillip Petzold. Besonders der Lkw-Verkehr hat dem Kreisel, an dem Visbeker Straße, Feldstraße und Goldenstedter Straße zusammenlaufen, zugesetzt. Das berichtet Peter Kröger, unter dessen Aufsicht derzeit Asphaltdecken und Entwässerungsleitungen erneuert, ramponierte Bordsteine ersetzt und abgesackte Gullys angehoben werden. Er gibt sich optimistisch, den Zeitplan einzuhalten. Doch die Erfahrung zeigt: Es gibt immer Überraschungen.

Kreischend frisst sich die Fräse durch das neue Bordsteinelement und schleudert Staub über die Baustelle. Der Arbeiter stoppt die Maschine, klopft kurz mit dem Hammer auf den Beton und er bricht entzwei, bereit, eingesetzt zu werden. Am Innenkreis steht es um die Begrenzungssteine besonders schlecht: „Die Lkw-Fahrer schneiden den Kreisel und schieben die Steine nach hinten“, berichtet Bauaufseher Kröger über das Knattern der Presslufthämmer hinweg. Nun werden Rückenstützen eingesetzt, „damit die nicht wieder verrutschen“. Auch die „Trompeten“, die Ausfahrten aus dem Kreisverkehr, bekommen neue Bordsteine.

Bauaufseher Peter Kröger will den Kreisel so schnell wie möglich wieder freigeben.

Die auffälligste und aufwendigste Maßnahme bei der Sanierung des Verkehrsknotens am Friedhof ist der „Schwarzeinbau“. „Da gibt es strenge Auflagen“, berichtet Kröger. Diese Vorschriften betreffen vor allem die Zusammensetzung des Asphalts und sollen dem Umweltschutz dienen. Allerdings geht das zulasten der Haltbarkeit: „Wir müssen die Fahrbahn früher erneuern“, berichtet der Bauaufseher. Doch im Laufe seines Arbeitslebens würde er das trotzdem nicht mehr erleben.

Bevor der Asphalt auf die Straße kommt, musste die alte Decke abgefräst werden. Darunter stießen Kröger und seine Mitarbeiter auf eine Überraschung: Auf der Visbeker Straße liegt noch das Kopfsteinpflaster, das vor rund 150 Jahren gelegt wurde. Für die Fräse hätte das schlimm ausgehen können: „Wir gehen an der Stelle einen Zentimeter höher, sonst machen wir uns die Messer kaputt“, erläutert Kröger. An den anderen Stellen hat die Maschine rund zehn Zentimeter der alten Fahrbahn abgenommen. Kröger ist schon lange im Job und weiß, dass nicht alles kalkulierbar ist: „Es kommt immer irgendwas.“

Unter der Asphaltschicht der Visbeker Straße stießen die Arbeiter auf Kopfsteinpflaster. J Fotos: Petzold

Wenn der Belag runter ist, tragen die Arbeiter im Wechsel vier Schichten einer Art Haftkleber sowie sechs Binderschichten auf. Den Abschluss bildet die Deckschicht. Kröger hofft, diese am Montag auf die „Trompeten“ aufbringen zu können. Die Baustelle soll bis zum 8. August fertig sein. „Wenn wir aber am 6. oder 7. wieder freigeben können, wäre ich da sehr glücklich drüber. Je früher, desto besser.“

Das sehen Krögers Mitarbeiter wahrscheinlich ähnlich. Mit schwerem Gerät hantieren die Männer in den orangenen Westen, mit Hüten und Mützen auf den Köpfen in der Hitze, graben Löcher und zertrümmern Steine. „Die Jungs schwitzen ohne Ende“, bemerkt Kröger. „Da gewöhnt man sich nicht dran“, berichtet einer der Arbeiter. „Das Wasser läuft an allen Seiten runter“, sagt er, greift seinen Spaten und sticht ihn wieder in die Erde.

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