Tierschutzgruppe Wildeshausen kritisiert Verlust der Fundtierverträge

Überrascht und verärgert

Christina Poppe (r.) gibt bald den Vorsitz der TSGW an Anne Grafe-Weibrecht ab. Die Tierschützer kritisieren, dass sie zu wenig Unterstützung erhalten haben. - Foto: Beumelburg

Wildeshausen - Die Entscheidung im Verwaltungsausschuss der Stadt Wildeshausen fiel nichtöffentlich und offenbar einstimmig: Die Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) soll die Fundtierverträge nicht bekommen. Die Mitglieder fragen sich nun: Wo sind die Befürworter des Engagements der TSGW geblieben und wer soll die Tierbetreuung in Zukunft übernehmen? Außerdem: Warum macht die Stadtverwaltung so viel Druck und wünscht sich Planungssicherheit, wo 20 Jahre Notbehelfe akzeptiert wurden?

In einer Stellungnahme zeigen die Tierschützer auf, welchen Widrigkeiten sie trotzen mussten, um ein Tierheim zu realisieren. Das Projekt am Klärwerk sei vor einem Jahr deshalb gescheitert, weil den beteiligten Gemeinden die Finanzierungskosten zu hoch gewesen seien. „Das hatten aber nicht wir zu vertreten“, so die TSGW-Vorsitzende Christina Poppe. „Die Kostensteigerung ergab sich aus der Erdaufschüttung wegen der Hochwassergefahr. Der Boden aus der Pagenmarsch war zudem belastet und konnte nicht verwendet werden.“

Kurze Zeit später habe die Gemeinde Hatten verkündet, dass man an einem neuen Vertrag mit der TSGW nicht interessiert sei. Die Verwaltung der Gemeinde Großenkneten habe erklärt, dass man im Rat davon genervt sei, dass „der Tierschutz es mit einem Heim einfach nicht auf die Reihe“ bekomme. Zudem sind sich die Tierschützer sicher, dass ihr Engagement gegen die Errichtung eines Mega-Schlachthofes in Großenkneten bei einigen Ratsherren für große Entrüstung gesorgt hatte.

Dann schien alles zu einem guten Ende zu kommen: Der TSGW wurde ein ehemaliger Schweinestall in Hanstedt angeboten. „Wir stellten eine Bauvoranfrage beim Landkreis und erhielten einen positiven Bescheid. Somit bewarben wir uns auf die freihändige Vergabe der Fundtierbetreuung für die nächsten fünf Jahre in Wildeshausen“, so der Vorstand der TSGW in seiner Stellungnahme. „Wir hatten im Vorfeld besprochen, dass wir das Projekt in Hanstedt realisieren könnten, wenn wir Wildeshausen und Dötlingen als Vertragspartner haben. Das Tierheim in Hanstedt sollte in drei Bauabschnitten fertiggestellt werden – zuerst wollten wir die Katzenunterbringung bis zum Jahresende umsetzen. Die Unterbringung der Hunde und Kleintiere sollte in weiteren Bauabschnitten folgen, da hier auch langfristig eine korrekte Unterbringung gesichert war. Wir hätten so Zeit gehabt, Sponsoren für den Ausbau zu akquirieren.“

Der Verein wurde dann jedoch vom Verwaltungsausschussvotum überrascht, dass innerhalb eines halben Jahres ein Gesamttierheim (Katzen, Hunde und Kleintiere) realisiert werden und sowohl eine Gesamtfinanzierung als auch die Genehmigung nach § 11 Tierschutzgesetz für den Betrieb eines Tierheims vorgelegt werden müsse.

„Wir haben in einem Gespräch mit der Stadt und den Fraktionsvorsitzenden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Auflagen sowohl aus zeitlichen als auch aus finanziellen Gründen für uns absolut unerfüllbar waren“, teilt die TSGW mit. Eine endgültige §11-Bescheinigung werde zudem erst nach abgeschlossenem Umbau durch das Veterinäramt vergeben.

Die Argumente zogen jedoch nicht. „Wir bedauern die Entscheidung sehr, und hoffen, dass zum Wohle der Tiere auch zukünftig gewährleistet ist, dass unser Nachfolger rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar sein wird, damit verletzte oder verunfallte Tiere schnellstmöglich tierärztlich behandelt und entlaufene Tiere ihren Besitzern zugeführt werden können“, heißt es in der Stellungnahme.

„Ein weiteres Anliegen ist uns, dass die in Wildeshausen durch unsere Bemühungen vor einigen Jahren eingeführte Kastrationspflicht, die von uns zur Entlastung der Verwaltung ehrenamtlich seit Jahren umgesetzt worden ist, weiterhin Beachtung findet.“ 

dr

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