Überfall auch in Wildeshausen

Intensivtäter für neun Jahre ins Gefängnis

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Am 17. Oktober überfiel der 23-Jährige einen Juwelier.

Wildeshausen - Wegen besonders schweren Raubes in 20 Fällen hat das Oldenburger Landgericht gestern den 23-jährigen Intensivtäter Ibrahim S. aus Delmenhorst zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Darüber hinaus ordnete das Gericht die Einweisung des drogenabhängigen Angeklagten in die geschlossene Entziehungsanstalt an. Von einer Unterbringung in der zeitlich unbegrenzten Sicherungsverwahrung sah die Kammer ab. Dazu fehle es an den formellen Voraussetzungen, sagte die Vorsitzende Richterin Judith Blohm.

S. soll noch eine Chance bekommen. Den Feststellungen zufolge hat er auch noch nicht den „Hang zu schweren Straftaten“. Dazu sei er eigentlich auch noch zu jung, hatte ein Psychiater ausgeführt. So etwas müsse sich entwickeln. Indes: Das, was der 23-Jährige bereits auf dem Konto hat, kann sich strafrechtlich sehen lassen. Die 20 Raubüberfälle hatte er innerhalb von nur vier Wochen begangen, drei manchmal an einem Tag. Bewaffnet mit einem Messer hatte er am 17. Oktober in Wildeshausen einen Juwelier an der Westerstraße sowie in Vechta, Oldenburg und Bremen verschiedene Geschäfte überfallen. In Wildeshausen setzte der Angeklagte Pfefferspray an und entkam unerkannt. Die Polizei suchte sogar mit einem Hubschrauber nach ihm, konnte ihn jedoch nicht erwischen. Das geschah wenige Tage später in einem Zug.

Zugute kam dem Angeklagten in der Gerichtsverhandlung, dass die Beute jeweils nicht hoch war und die Gewaltanwendung noch im unteren Bereich lag. S., der sich in den meisten Fällen den Opfern gegenüber als verständnisvoller Räuber zeigte, brauchte Geld für Drogen. Wie berichtet, war ihm am 14. September vergangenen Jahres die spektakuläre Flucht aus dem geschlossenen Maßregelvollzugs-Zentrum in Brauel gelungen. Nach eigenen Angaben war er einfach zur Hauptpforte gegangen, die ihm dann geöffnet worden sei. In Brauel sitzen unter anderem kranke Schwerstkriminelle. Nach seiner Flucht war S. mittellos gewesen. Deswegen hatte er die beispiellose Raubserie gestartet. Bereits im Jahr 2012 hatte er durch ähnlich viele Überfälle auf sich aufmerksam gemacht. Der 23-Jährige will sich nun ändern und hat das nach Überzeugung des Gerichtes schon ein ganzes Stück weit geschafft. Er hatte viel mehr zugegeben, als man ihm hätte nachweisen können. Auch im Verfahren machte S. einen positiven Eindruck. Zur Urteilsverkündung trug er ein blaues Hemd mit Fliege.

wz/dr

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