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Gefährliche Raupen breiten sich in Wildeshausen aus

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Von: Dierk Rohdenburg

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Mit dem Sauger in der Hand: Gerd Schulte entfernt die Gespinste des Eichenprozessionsspinners von den Eichenstämmen.
Mit dem Sauger in der Hand: Gerd Schulte entfernt die Gespinste des Eichenprozessionsspinners von den Eichenstämmen. © dr

Wildeshausen – Das gab es in Wildeshausen bislang noch nie: Innerhalb von knapp zwei Monaten wurden bereits rund 90 Nester des ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateten Eichenprozessionsspinners an Bäumen gemeldet.

Die Fälle wurden aus dem gesamten Stadtgebiet mitgeteilt, Schwerpunktgegenden gibt es offensichtlich nicht.

Es ist wichtig, dass schnell Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, denn die sehr feinen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners enthalten ein Eiweißgift. Dieses kann beim Menschen zu allergischen Reaktionen wie Hautreizungen, selten auch zu Reizerscheinungen an der Bindehaut und in sehr seltenen Fällen zu Reizungen der Atemwege bis zu Asthma-Anfällen führen. Dabei muss man mit der Raupe gar nicht direkt in Kontakt kommen, da die Haare leicht abbrechen und bei günstiger Witterung über weite Strecken verteilt werden.

Matthias Büsing ist Baumsachverständiger

Bei der Stadt Wildeshausen erfährt in der Regel Matthias Büsing als Baumsachverständiger vom Befall. Er begutachtet die Bäume und entscheidet, was zu tun ist. Privatleute müssen das Nest auf eigene Kosten entfernen lassen, auf Wald- und Heideflächen ist oftmals das Forstamt zuständig und auf öffentlichen Flächen wird die Stadt schnellstmöglich aktiv.

Büsing beauftragt Experten, die die Nistplätze des Eichenprozessionsspinners beseitigen. Manchmal müssen sogar komplette Straßen abgesperrt werden. So konnten am Mittwoch den ganzen Tag über keine Kraftfahrzeuge die Straße von Kleinenkneten bis nach Bühren befahren, weil dort der Landschafts- und Gartenbauer Gerd Schulte aus Thölstedt mit einem Hubkran und in einem Schutzanzug die Nester entfernte. An vielen Eichen fand sich der Befall und musste mit einem Industriesauger gelöst werden.

Warnung an der Visbeker Straße.
Warnung an der Visbeker Straße. © dr

„Die Nester sind manchmal gar nicht so leicht zu sehen“, sagt Schulte. Bei Sonnenschein glänze das Gespinst jedoch. „Es wird in einen Spezialbeutel gesaugt und in der Müllverbrennungsanlage in Bremen entsorgt“, berichtet der Experte. Derzeit komme er kaum noch zu anderen Tätigkeiten, weil der Befall in Wildeshausen so groß sei. Schulte lobt die Stadt dafür, dass sehr schnell reagiert würde. Aller Voraussicht nach wird der Garten- und Landschaftsbauer noch die nächsten Wochen gut zu tun haben. Nach Angaben von Büsing dauert die Saison bis Anfang August. Der Landkreis hat den Kommunen übrigens erstmalig 50 000 Euro zur Verfügung gestellt, die für die Entfernung und Entsorgung der Gespinste verwendet werden können.

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