Bewährungsstrafe

Prügelei in „Fun Factory“ hat gerichtliches Nachspiel

Symbolbild: dpa

Wildeshausen - Im Prozess gegen den 25 Jahre alten Türsteher einer Wildeshauser Diskothek, der am 23. November 2014 einem 23-jährigen Gast des Tanzlokals mit einem Schlagstock und wuchtigen Faustschlägen schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen zugefügt hatte, ist der Angeklagte am Donnerstag zu eineinhalb Jahren Haft mit Bewährung verurteilt worden.

Die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes wertete die Tat als gefährliche Körperverletzung. Den ursprünglichen Tatvorwurf des versuchten Totschlags hatte die Kammer fallen lassen. Ein Tötungsvorsatz sei nicht festzustellen, hieß es zur Begründung.

Man habe in einem ausführlichen Verfahren viele Beweise erhoben und sei zu der Überzeugung gelangt, dass der Angeklagte sowohl Täter als auch Opfer sei, sagte der Richter. Den Feststellungen zufolge hatte der 23-Jährige in der Diskothek durch Provokationen eine Massenschlägerei ausgelöst. Der Angeklagte habe einschreiten müssen, sei aber von hinten mit einem Barhocker niedergeschlagen worden. Blutüberströmt sei der 25-Jährige dann regelrecht ausgerastet. Er habe völlig die Fassung verloren.

Der Angeklagte ist groß und stark. Zu halten war er nicht mehr gewesen, auch von seinen kräftigen Kollegen nicht. Er ergriff einen Stock, hielt damit zunächst vermeintliche Angreifer auf Distanz und schlug dann zu. Es traf den 23-Jährigen. Der Angeklagte hatte in Abrede gestellt, mit einem Stock zugeschlagen zu haben. Die Verletzungen des Opfers könnten auch durch einen herumfliegenden Ständer verursacht worden sein, meinte er.

Verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt

Können könnte vieles, meinte der Richter. Danach könnten es auch Marsmenschen gewesen sein. Man habe aber die Feststellungen auf Grundlage menschlicher Überzeugungsbildung getroffen. Außerdem gäbe es für den Stockeinsatz Zeugen.

Dem Angeklagten wurde eine verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt. Ein Psychiater hatte nicht ausgeschlossen, dass es bei dem 25-Jährigen durch den Schlag mit dem Hocker zu einer schweren Gehirnerschütterung gekommen sein könnte.

Wegen der Ausnahmesituation zur Tatzeit ging das Gericht von einem minder schweren Fall der gefährlichen Körperverletzung aus. An das Opfer muss der Angeklagte 800 Euro Schmerzensgeld zahlen. 

wz

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