Bauernmarschweg gilt als Behelfsstraße, wird jedoch intensiv genutzt

Trotz Schwerlastverkehrs sollen Anwohner Neubau bezahlen

Einmal jährlich gibt es Holzversteigerungen auf dem Lagerplatz am Ende des Bauernmarschweges.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Der Erstausbau von Straßen, obwohl vor den Hausgrundstücken schon viele Jahre eine Asphaltdecke liegt, kommt die Anwohner in der Regel sehr teuer zu stehen und ist meist mit Protesten verbunden. Das ist am Bauernmarschweg in Wildeshausen nicht anders. Die Straße hat jedoch zwei Besonderheiten: An der einen Seite liegen lediglich der Krandelwald und ein Acker. Zudem wird die Strecke von vielen schweren Fahrzeugen benutzt, die den Straßenbelag besonders stark beschädigen.

Der Bauernmarschweg steht auf der von der Politik beschlossenen Prioritätenliste der auszubauenden Straßen. Voraussichtlich im kommenden Jahr wird die Verbindung, an deren Ende ein Lagerplatz der Stadt Wildeshausen liegt, komplett neu erstellt. „Es ist ein Erstausbau“, sagt Jürgen Dohrmann von der Straßen- und Tiefbauabteilung der Stadt. „Zunächst wird es eine Anliegerversammlung geben, in deren Rahmen wir die Pläne vorstellen. Dort können die Bürger Wünsche anmelden. Dann werden wir bei einer zweiten Versammlung aufzeigen, was davon realisiert werden kann.“

Die Wunschliste der Anwohner dürfte lang werden, und die Zahl der Kritikpunkte ist bereits jetzt groß. Schon seit Jahren weist beispielsweise Anlieger Michael Melcher – auch im Gespräch mit dem jetzigen Bürgermeister Jens Kuraschinski – auf Missstände hin. So hätten die Behinderten im Wohnprojekt der Diakonie an der Glaner Straße große Probleme, auf der schlechten Straße mit ihren Rollstühlen voranzukommen. Bei Starkregen werde sein Keller überflutet, weil das Rohr auf der gegenüberliegenden Seite viel zu klein sei und deshalb nicht genug Wasser transportieren könne. „Seit Jahren ist nichts passiert“, so Melcher.

Am meisten stört die Anwohner jedoch, dass die derzeitige „Behelfsstraße“ intensiv durch die Stadt genutzt wird. Jedes Jahr bringen Transporter mehrmals täglich den Grünschnitt zum Lagerplatz, Laster fahren mit Schotter und Sand über den Asphalt. Bei Holzversteigerungen rollen tonnenschwere Gefährte an den Häusern vorbei – aber die Anwohner sollen 90 Prozent der Erstellungskosten der Straße übernehmen. „Man braucht kein Experte zu sein, um zu erkennen, dass diese Straße nicht für diesen schweren Verkehr erstellt wurde und dieser die Lebenszeit deutlich verkürzt hat“, sagt Melcher, der angesichts seines großen Grundstücks eine Kostenbeteiligung von mindestens 20.000 Euro für den Neubau befürchtet.

„Als ich vor vier Jahren das Haus gekauft habe, habe ich nicht damit gerechnet, dass die Anlieger 90 Prozent zahlen müssen“, sagt der Hausbesitzer.

Verwundert sind die rund 20 Anwohner auch darüber, dass vor vier Jahren ein 100 Meter langes Straßenstückasphaltiert wurde. Warum das geschah, wissen sie nicht. An diesen Kosten wurden sie damals nicht beteiligt.

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