Betrügerische Briefe 

Betrug: Inkasso-Büro fordert Geld für Telefonsex

Landkreis Oldenburg  - Die Firma „Pro Bi Re“ aus Luxemburg mahnt derzeit deutsche Verbraucher und möchte Kosten für einen angeblichen Telefonsex-Anruf eintreiben. Dabei werden schnell Summen von mehr als 250 Euro aufgerufen.

Auch im Landkreis Oldenburg sind offenbar Menschen betroffen – wie beispielsweise ein 88-jähriger Mann aus der Samtgemeinde Harpstedt, dessen Tochter sich um seine finanziellen Dinge kümmert. Beide wollen nicht namentlich genannt werden. Der Tochter ist es jedoch ein Anliegen, deutlich zu machen, wie auf allen erdenklichen Wegen versucht wird, alte Menschen zu betrügen. „Insbesondere Senioren, die niemanden mehr haben, der sich um sie kümmert, sind da gefährdet“, sagt sie.

Die Belästigungen ihres Vaters begannen offenbar vor zwei Jahren mit Anrufen. „Seit eineinhalb Jahren wurden sie immer aggressiver und kamen von morgens um 6 bis um 23 Uhr. Dabei ging es darum, Produkte zu verkaufen“, berichtet die Tochter. Einmal habe ihr Vater dann einen Kauf zugesagt, sie habe aber die Überweisung rechtzeitig zurückrufen können.

Rechnung nach Telefonat 

Das war wohl das Signal für eine neue Taktik der mutmaßlichen Betrüger, denn 14 Tage später bekam der Senior ein Schreiben, dass Gebühren für einen Telefonsex-Anruf fällig würden. Ein Inkassounternehmen aus Tschechien wollte Geld sehen. Mit der Zeit wechselte der Briefkopf des Inkassounternehmens zu „Pro Bi Re“ aus Luxemburg. Die letzte Rechnung betrug 266,42 Euro. Praktischerweise war gleich eine ausgefüllte SEPA-Überweisung angefügt.

Mit diesem Schreiben mahnt das Inkassobüro die Zahlung von hohen Summen für Telefonsex-Dienstleistungen an.

„Meinem Vater war das alles sehr peinlich“, so die Tochter. „Er hat diese Erotikdienstleistung nicht genutzt.“ Sie könne sich gut vorstellen, dass andere Opfer genauso verwirrt und verängstigt reagieren. Anfragen bei Polizei und Verbraucherzentrale ergaben, dass man die Briefe am besten schnell wegwirft und auf keinen Fall Geld überweist. Damit könnte man im ungünstigsten Fall sogar in einen Vertrag einwilligen, der weitere Forderungen nach sich zieht.

Im Internet gibt es zahlreiche Hinweise auf das Geschäftsgebaren der Inkassounternehmen. Auf einer Verbraucher-Warnseite wird betont, dass weder das Unternehmen aus Luxemburg noch das aus Tschechien in Deutschland als Inkassounternehmen registriert sind. Sie sind damit auch nicht berechtigt, Forderungen auf dem Inkassoweg in Deutschland zu stellen. 

dr

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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