1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Wildeshausen

Treffpunkte „Mittendrin“ in Wildeshausen werden geschlossen

Erstellt:

Von: Dierk Rohdenburg

Kommentare

Bald geschlossen: Der Treffpunkt „Mittendrin“ an der Hermann-Ehlers-Straße.
Bald geschlossen: Der Treffpunkt „Mittendrin“ an der Hermann-Ehlers-Straße. © dr

Wildeshausen – Die Stadt Wildeshausen wird die beiden Treffpunkte „Mittendrin“ an der Hermann-Ehlers-Straße sowie der Ringstraße zum 30. Juni 2023 schließen. Das hat der Rat am Donnerstagabend beschlossen.

Damit verbunden ist die betriebsbedingte Kündigung der Mitarbeiter in den Einrichtungen. Soweit möglich sollen sie jedoch auf andere vakante Stellen versetzt werden.

Nach Angaben des Kämmerers Thomas Eilers bringt diese Maßnahme Einsparungen von einer Million Euro in den nächsten fünf Jahren. Ein Kompromissvorschlag von Kreszentia Flauger (Linke/Grüne), zukünftig jährlich 100.000 Euro in den Haushalt einzustellen, fand keine Mehrheit. Stephan Dieckmann (SPD) dazu: „Es kann nicht ein bisschen ,Treffpunkt‘ geben.“ Der Sozialdemokrat weiter: „Wir mussten uns entscheiden, wo wir mehr Kinder in Wildeshausen erreichen. In den Betreuungseinrichtungen oder in den Treffpunkten?“ Seiner Meinung nach gehören beispielsweise Hausaufgabenhilfen in den Bereich der Ganztagsschulen. Die Stadt sei aber auch aufgefordert, die Integrationsarbeit zu verändern.

Wolfgang Sasse (CDU) sah das ähnlich. „In den Treffpunkten findet wenig Integrationsarbeit statt“, meinte er. Dort seien weitgehend die gleichen Bevölkerungsgruppen mit Integrationshintergrund zu finden. „Wir unterstützen in den nächsten Jahren das Mehrgenerationenhaus zusätzlich“, bekräftigte Sasse mit Blick darauf, dass dort wichtige Integrationsarbeit geleistet wird.

Flauger: Quartiersarbeit hat einen hohen Stellenwert

Flauger sah das ganz anders: „Die Quartiersarbeit hat einen hohen Stellenwert für Integration und sozialen Zusammenhalt“, betonte sie. Selbstverständlich müsse man die Konsolidierungsbemühungen für den Haushalt ernst nehmen, doch die Treffpunkte seien in vielerlei Hinsicht sehr wichtig. „Es gibt dort Sprachlernangebote, während die Kinder betreut werden können“, zählte sie auf. Die Leute könnten sich dort beraten lassen. Und die Hausaufgabenhilfe sei schon deshalb sehr wichtig, weil ein Ganztagsangebot erst in vier Jahren vorgehalten werde. „Diese Kinder aus oft schwierigen Verhältnissen können nicht Jahre warten. Die Versäumnisse sind später nicht mehr aufzuholen.“

Flauger appellierte daran, der Stadt und ihrer Sozialarbeit nicht den Zugang zu den Bevölkerungsgruppen in den Quartieren zu nehmen. Ihre Worte fanden jedoch keine Berücksichtigung bei der Abstimmung.

Auch interessant

Kommentare