Mitarbeiterinnen des Alexanderstifts verabschiedet

Von Traurigkeit bis zur Freude

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Sascha Lücke verabschiede Margrit Iverssen (links) und Sonja Piening.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Es war ihr dritter Beruf, der ihr nach eigener Aussage auch sehr viel an Selbsterkenntnis gebracht hat. Offiziell verabschiedet wurde am Dienstag im Rahmen einer Feierstunde Margrit Iverssen (65) aus ihrem Dienst im Altenzentrum Alexanderstift in der Kreisstadt. Mit ihr Sonja Piening. Beide gehen am 31. Juli in den Ruhestand. „Während sich die beiden sicher auf ihre Rente freuen, so ist es für mich schon etwas Trauriges, zwei Mitarbeiterinnen zu verabschieden“, so Heimleiter Sascha Lücke.

Fast 20 Jahre war Iverssen im Alexanderstift tätig. Zuvor hatte sie Schneiderin und Einzelhandelskauffrau gelernt. Viele Jahre war sie auch im Eisenwarengeschäft ihres Ehemannes an der Bahnhofstraße tätig. „1995 habe ich dann die Altenpflegeschule besucht und danach zunächst zwei Jahre als Altenpflegerin im Alexanderstift gearbeitet“, so Iverssen. Danach habe sie den Begleitenden Dienst in der Einrichtung übernommen: „Dabei geht es vorrangig um die Gestaltung der Freizeit der Senioren. Dazu gehören Beschäftigungen und Gespräche.“ Nicht zu vergessen der Raum der Begegnung, in dem verschiedene Veranstaltungen für Bewohner und Gäste auf die Beine gestellt werden.

„Soziale Kontakte sind für die alten Menschen sehr wichtig. Sie sollen und müssen schließlich ins gesellschaftliche Leben eingebunden werden. Und genau diese Arbeit hat mir immer wieder sehr viel Spaß gemacht. Es war schön, neben Handwerk und Kaufmann noch einen sozialen Beruf zu haben.“ Zwar habe sich die Altenpflege in all den Jahren enorm entwickelt und verändert, aber die direkte Arbeit mit den Senioren sei dieselbe geblieben: „Gerade von diesen Menschen kommt stets sehr viel zurück. Das bringt auch Anerkennung. Und das ist wichtig für beide Seiten.“

Viel Freude beim Gedächtnistraining

Sehr viel Freude habe ihr das Gedächtnistraining mit Besuchern und Bewohner bereitet: „Die Senioren waren immer mit Spaß bei der Sache. Sie wollten stets im jeweiligen Thema sein, das ich vorgegeben hatte. Dafür habe ich immer sehr viel Lob bekommen.“ Musik und Gesang hätten ihren Teil dazu beigetragen, wirklich jeden zu erreichen.

Voll des Lobes war Lücke: „Als ich hier als Einrichtungsleiter begonnen habe, wusste ich nicht viel von den Aufgaben des Begleitenden Dienstes und habe diese Tätigkeit unterschätzt.“ Die Organisation aller Tätigkeiten neben der Pflege und Hauswirtschaft sei bei der Scheidenden aufgelaufen: „Und diese zu steuern und zu koordinieren, bedarf sehr viel Fachwissen.“ Allein das Netzwerk an Ehrenamtlichen, begleitenden Berufsgruppen und Menschen, die dem Alexandersift zugewandt seien, sei enorm: „Das alles in dieser Form aufrecht zu erhalten, wird ohne Sie zweifelsohne sehr schwer werden.“

Ebenfalls verabschiedet wurde Sonja Piening, die jedoch nur drei Jahre als zusätzliche Betreuungskraft in der Einrichtung tätig war. Zuvor hatte sie im Haus in der Betreuung ein Praktikum absolviert. „Auch wenn diese Zeit im Verhältnis zu Frau Iverssen eher kurz war, so sind Sie ein fester Bestandteil des Alexanderstiftes geworden“, so Lücke. Bei ihr falle der Abschied auch nicht ganz so schwer: „Frau Piening bleibt uns als Beschäftigte in der Tagespflege noch erhalten. Und das freut mich sehr.“

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