Anas Mohamad lernt als Augenoptiker

Traumjob mit Linsen statt Oliven

Anas Mohamad (links) lernt bei Thomas Wirsing in Wildeshausen das Optiker-Handwerk. - Foto: Petzold
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Anas Mohamad (links) lernt bei Thomas Wirsing in Wildeshausen das Optiker-Handwerk.

Wildeshausen - Von Phillip Petzold. Bevor der Bürgerkrieg die syrische Millionenstadt Aleppo in Trümmer legte, machte Anas Mohamad dort seine Ausbildung zum Optiker. Als die Kämpfe immer näher rückten, flüchtete er mit seiner Familie nach Deutschland. In Wildeshausen lässt er sich nun bei Fielmann erneut ausbilden.

Als die Kämpfe Aleppo erreichten, lernte Mohamad noch. „Der Krieg war nicht gleich überall“, berichtet er. Seinen Abschluss konnte er noch machen. Kurz danach ging es nicht mehr, die Familie verließ die umkämpfte Stadt. Seinen Beruf wieder ausüben zu können, war für den 27-Jährigen einer der Hauptgründe, um nach Deutschland zu kommen. Zunächst war er von Syrien in die Türkei geflüchtet. 

Doch dort habe es keine Möglichkeit gegeben, seine Zeugnisse anerkennen zu lassen. Dort hielt er sich rund zwei Jahre mit verschiedenen Gelegenheitsjobs über Wasser. Während dieser Zeit unterhielt seine Familie in einem syrischen Dorf eine Olivenplantage. Zur Ernte kehrte Mohamad dorthin zurück, bis die Familie den Entschluss fasste, ihre Heimat zu verlassen.

Seit fast zwei Jahren in Bremen

Seit fast zwei Jahren leben sie nun in Bremen, ein Bruder ist schon seit acht Jahren in der Hansestadt zu Hause. Mohamad pendelt jeden Tag mit dem Zug nach Wildeshausen zu seiner neuen Arbeitsstätte: Seit dem 14. August ist er offiziell Auszubildender bei der Fielmann-Niederlassung an der Westerstraße. Die Berufsschule besucht er in Bremen.

Mohamad hatte sich in der Hansestadt, Delmenhorst und Wildeshausen beworben. Als Niederlassungsleiter Thomas Wirsing die Unterlagen in die Finger bekam, ergriff er die Chance und besetzte die vakante Ausbildungsstelle.

In Deutschland läuft noch Anerkennungsverfahren

Zwar hatte Mohamad den Beruf bereits in Syrien erlernt – dort in einer Art Studium –, doch in Deutschland läuft noch das Anerkennungsverfahren für seinen Abschluss. Wenn das durch ist, kann er die Ausbildung „um mindestens ein halbes Jahr verkürzen“, ist Wirsing überzeugt. „Die Theorie ist überall dieselbe.“

In der Praxis hapert es derzeit noch ein bisschen. Zwar kann der Neu-Azubi bereits gut Deutsch sprechen, doch für Fachgespräche mit mehreren Kunden reicht es noch nicht ganz. „Deswegen bekommt er ab Mitte September Einzelcoaching“, so Wirsing. „Sonst kann er alles.“

Mohamad ist froh, dass er diese Gelegenheit bekommen hat. „Ich liebe diesen Beruf“, verkündet er strahlend. Besonders gefalle ihm, dass es eine „feine Arbeit“ ist. Das filigrane Handwerk mit den Sehhilfen, der Umgang mit den Kunden und „die saubere Kleidung“, weiß er zu schätzen.

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