Gedenktag geht in geändertem Rahmen über die Bühne

Trauern auch um die Pandemieopfer

Gedenken auf dem Wildeshauser Friedhof: Norbert Engelmann und Wolfgang Rasquin (Reservistenkameradschaft), Adjutant Andreas Tangemann und Oberst Wilhelm Meyer (Schützengilde), Kurt Hagelmann (stellvertretender Stadtbrandmeister) und Bürgermeister Jens Kuraschinski (v.l.).
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Gedenken auf dem Wildeshauser Friedhof: Norbert Engelmann und Wolfgang Rasquin (Reservistenkameradschaft), Adjutant Andreas Tangemann und Oberst Wilhelm Meyer (Schützengilde), Kurt Hagelmann (stellvertretender Stadtbrandmeister) und Bürgermeister Jens Kuraschinski (v.l.).

Wildeshausen/Dötlingen/Harpstedt – Nicht alles war an diesem Volkstrauertag so wie gewohnt: Natürlich haben am Sonntag Abordnungen der kommunalen Verwaltungen, der Reservistenkameradschaften, der Feuerwehren und Vereine den Opfern von Krieg und Terror, Gewaltherrschaft und Vertreibung gedacht und sich für Frieden und Demokratie ausgesprochen. Doch was sonst mit großer Anteilnahme der besagten Gruppen und der Öffentlichkeit vonstattenging, lief in diesem Jahr ruhiger und meist ohne Zuschauer ab – dem Anlass deswegen aber nicht weniger angemessen.

Die Stadt Wildeshausen hatte im Vorfeld gar keine Zeiten für die Kranzniederlegungen auf dem jüdischen Friedhof, an den Ehrenmalen auf dem Burgberg und dem städtischen Friedhof sowie in Düngstrup bekannt gegeben. Die übliche Gedenkfeier in der Friedhofskapelle entfiel ebenso. Vor dem Gedenkstein auf dem Friedhof hielten Norbert Engelmann, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Wildeshausen, und Bürgermeister Jens Kuraschinski kurze Ansprachen. Letzterer bedankte sich bei allen Beteiligten – darunter die Schützengilde, die Feuerwehr sowie das Musikkorps Wittekind und das Blasorchester Wildeshausen–, die sich gegen eine Absage der wichtigen Veranstaltung ausgesprochen und sofort ihre Mitwirkung in dieser neuen Form zugesagt hätten. Wie Engelmann erinnerte auch Kuraschinski unter anderem an die Toten und das menschliche Leid, die Krieg und Terror überall verursacht haben. In diesem Jahr gelte die Erinnerung auch den Toten der Pandemie: rund 900 in Niedersachsen, davon 16 im Landkreis Oldenburg und davon wiederum sieben in der Stadt Wildeshausen. Fünf Vertreter des ehemaligen Fallschirmjägerbataillons 272 legten etwas später in einer separaten Aktion Gestecke auf den Gräbern ihrer Kameraden nieder.

In Dötlingen begann Ute Ziemann ihre Rede im Rahmen eines Gottesdienstes in der Friedhofskapelle mit einem Wort Konrad Adenauers: „Frieden und Freiheit, das sind die Grundlagen jeder menschenwürdigen Existenz.“ Dies wolle sie aber um die Begriffe „Einigkeit und Recht ergänzt“ wissen. Sie erinnerte zudem an die Opfer des Nationalsozialismus und stellte einen aktuellen Bezug her: „Wir verwahren uns gegen alle Versuche der Neonazis und anderer Rechter, den Volkstrauertag für sich zu instrumentalisieren.“ Nach der Gedenkstunde folgte die Niederlegung des Kranzes der Gemeinde bei den Soldatengräbern an der Friedhofskapelle durch Bürgermeister Ralf Spille und seine Stellvertreterin sowie eines Kranzes der Deutschen Kriegsgräberfürsorge durch Rudi Zingler.

In Harpstedt hatte am Morgen Bürgermeister Stefan Wachholder zusammen mit je zwei Vertretern der Schießsportkameradschaft Harpstedt und der örtlichen Feuerwehr einen Kranz auf dem Friedhof niedergelegt. Nach dem Gottesdienst in der Harpstedter Kirche folgte ein zweiter am Denkmal an dem Gotteshaus. In Form einer Diskussion hatten Wachholder und sein Stellvertreter Matthias Hoffmann zuvor während der Feier eine Ansprache gehalten. Dabei erinnerten sie unter anderem an die Menschen, die nach zwei schrecklichen Weltkriegen zu ihren Familien heimkehrten, oft versehrt und geplagt von seelischen Nöten – und dass es solche „Kriegsheimkehrer“ heutzutage ebenso gibt – und das auch in Deutschland.  fra/hri

Kranzniederlegung in Harpstedt: Jürgen Meyer, Stefan Wachholder, Andreas Krahl, Thomas Heuermann und Kai Constabel (v.l.).
Dötlinger Gedenken: Ralf Spille und Ute Ziemann.

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