Schultausch unter intensiver Beteiligung von Eltern und Lehrern geplant

Transparenz zugesichert

Volles Haus im Sitzungssaal: Das Interesse an der Schulausschusssitzung war groß. Foto: dr

Wildeshausen – Das Misstrauen ist weiterhin groß, dass die St.-Peter-Schule nach dem Umzug im August 2021 in die Liegenschaft an der Heemstraße in Wildeshausen schlechter gestellt sein wird als am derzeitigen Standort an der St.-Peter-Straße. Das wurde am Donnerstagabend im Rahmen einer knapp zweistündigen Diskussion über den Sachstandsbericht zum Schultausch deutlich, den die CDW-Fraktion beantragt hatte.

Im Besucherbereich saßen Vertreter aller Wildeshauser Grundschulen und der Eltern. Sie monierten ebenso wie Stephan Rollié (CDW), dass es an Transparenz fehlt, was die baulichen Maßnahmen betrifft. So hatte der Stadtelternrat auch einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, der zum Inhalt hatte, die Ergebnisse des Schadstoffkatasters zu veröffentlichen.

Der Antrag wurde abgelehnt, weil eine Zweidrittelmehrheit fehlte. Baudezernent Manfred Meyer versicherte den Anwesenden aber, dass kaum Schadstoffe gefunden wurden. Problematische Dichtungen an vier Stellen sowie asbesthaltige Fensterbänke würden ersetzt, Bleileitungen seien in dem Gebäude gar nicht vorhanden, teilte er mit.

Kämmerer Thomas Eilers machte deutlich, dass die Verwaltung mit Hochdruck an den baulichen Maßnahmen arbeitet. „Wir wollen gleiche Räumlichkeiten schaffen wie an der alten Schule. Allen Akteuren ist das sehr wichtig.“ Er könne zudem nicht erkennen, dass es an Transparenz mangele. Man sei mit allen Beteiligten im Gespräch. „Wir haben zudem alle Telefone und Büros und sind ansprechbar. Wir geben nicht nur Pläne heraus. Wir erläutern sie sogar auch“, so Eilers, der zudem auf eine Arbeitsgruppe verwies, die bald ihre Tätigkeit aufnehmen soll. Dort wolle man die Themen Sport- und Musikprofil der St.-Peter-Schule ebenso behandeln, wie die Verkehrssituation, den Schulweg, die Lärmbelastung und die Sicherheitsaspekte. „Die Entscheidungen fallen allerdings in den jeweiligen städtischen Gremien“, betonte Eilers.

Im Laufe der Diskussion, die zunächst hitzig begann, beruhigten sich die Gemüter zusehends. Die Rektorin der St.-Peter-Schule, Elena Lietzmann, erklärte auf Nachfrage, dass sie zur Kooperation bereit sei. „In den vergangenen Wochen hatten wir eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Stadt und der Landesschulbehörde. Wir holen uns nun Berater ins Haus“, sagte sie.

Auf dieses Angebot wies auch Karl-Heinz Book, Dezernent der Landesschulbehörde, hin. „Die Profile der Grundschule sind nicht in Stein gemeißelt. Wir bieten aber Schulbau- und Fachberatungen zu den Profilen an“, erklärte er. Derzeit hörten sich die Klagen an „wie die Vertreibung aus dem Paradies“, fuhr er fort. „Das kann aber nicht Entscheidungsgrundlage sein.“

Für sein persönlich gefärbtes Statement handelte sich Book massive Kritik durch Günter Lübke (CDU) ein. „Ich kann nicht verstehen, dass das Engagement der Schulleitung so kritisiert wird“, monierte er. „Herr Book hat hier seine Neutralitätspflicht missachtet.“ Dafür entschuldigte sich der Dezernent dann auch kurz danach, und schließlich einigten sich alle Beteiligten darauf, in Zukunft auf Misstöne zu verzichten. „Wir wollen das Beste aus dem neuen Standort herausholen“, erklärte Marko Bahr (FDP). Und Manfred Rebensburg (Grüne) fand, dass man mit einer Arbeitsgruppe auf einem guten Weg dahin sei. Entscheidend sei die Gewissheit, dass die St.-Peter-Schule keine Nachteile durch den Umzug zu befürchten habe.  dr

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