Mehr als 270 Gäste nehmen teil

Landschaftstag in Alexanderkirche: „Tradition pflegen, Natur schützen“

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Thomas Kossendey (links) zeichnete Ernst-August Bode aus Ostrittrum aus. Foto: Rinne

Wildeshausen - Von Holger Rinne. Acht Jahre ist es jetzt her, dass die „Oldenburgische Landschaft“ ihren Landschaftstag im Landkreis Oldenburg veranstaltet. Am Samstagvormittag war es wieder so weit: Mehr als 270 Gäste fanden sich in der Wildeshauser Alexanderkirche ein, der größten mittelalterlichen Kirche des Oldenburger Landes.

Für einige der Gäste war es ein ganz besonderer Tag in dem Gotteshaus, denn sie wurden geehrt. Landschaftspräsident Thomas Kossendey zeichnete drei Personen aus. Der langjährige Kommunalpolitiker und „Plattdeutschaktivist“ Ernst-August Bode aus Ostrittrum erhielt die Landschaftsmedaille. Kossendey bezeichnete ihn in seiner Laudatio als „Vollblut-Plattdeutschen“ und „Vollblut-Oldenburger“. „Immer wieder hat sich Ernst-August Bode nachdrücklich für die Belange seiner Heimat, das Oldenburger Land, eingesetzt, politisch und kulturell. Dafür müssen wir ihm alle sehr dankbar sein“, so Kossendey. Bode selber mahnte in seiner Dankesrede einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Natur an.

Für seine Verdienste um den Denkmalschutz erhielt der frühere Baudezernent des Landkreises Oldenburg, Folker von Hagen, die Ehrennadel. „Eigentlich gebührt diese Auszeichnung den vielen Ehrenamtlichen, die sich vor Ort um den Denkmalschutz kümmern“, kommentierte von Hagen. Ebenfalls eine Ehrennadel nahm die Plattdeutschbeauftragte des Landkreises Oldenburg, Angela Hillen, in Empfang – und zwar für ihr Engagement für die Heimatsprache.

Nach Grußworten von Pastor Markus Löwe, der stellvertretenden Wildeshauser Bürgermeisterin Evelyn Goosmann und Landrat Carsten Harings hatte Kossendey in seiner Begrüßungsrede die drei Leitsätze des Verbandes „Kultur fördern, Tradition pflegen, Natur schützen“ aufgegriffen. Er nannte Beispiele für entsprechende Projekte. „Zur Traditionspflege gehört auch die Erinnerung an herausragende und zukunftweisende historische Ereignisse“, erklärte er. „So koordiniert die Landschaft ein Netzwerkprojekt zum demokratischen Aufbruch im Nordwesten, der mit der Revolution von 1918 vor 100 Jahren begann.“

Anstelle eines Festvortrags standen Frauenbriefe aus drei Jahrhunderten im Mittelpunkt. Während die Rasteder Schauspielerin Sylvia Meining den Autorinnen Ausdruck und Stimme verlieh, moderierte die Oldenburger Geschichtsprofession Gunilla Budde die szenischen Briefauszüge von Charlotte Sophie von Aldenburg-Bentinck, Helene Lange und Hannah Arendt.

„Charlotte, Helene, Hannah: drei Frauen, drei Jahrhunderte, drei Varianten, wie Frauen Kraft zeigten und Macht entfalteten. Jede auf ihre Art. Alle drei zeigten großes Geschick, durch Netzwerke und Freundschaftspflege ihre Ziele durchzusetzen“, so die Historikerin. Natürlich geschah die Auswahl der drei Frauen nicht zufällig. Alle drei haben einen mittelbaren oder direkten Bezug zum Oldenburger Land.

Zwei junge Wissenschaftler erhielten zuvor den Förderpreis „Forschung regional“, der mit jeweils 500 Euro dotiert ist. Johannes Birk für seine Bachelorarbeit „Lokale Amtspraxis im Herzogtum Oldenburg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“. Yulian Ide aus Schortens wurde für seine Masterarbeit „Schort.stories“ ausgezeichnet.

Am frühen Nachmittag ging es dann auf historische Pfade. Der Wildeshauser Verkehrsverein hatte für die Teilnehmer des Landschaftstags gleich mehrere Stadtführungen organisiert.

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