Chor und Musiker brechen im Sommer auf / Ralf Grössler sucht nach Sponsoren

Tournee nach Prag mit „Wahrheit in Flammen“

Ralf Grössler dirigierte am 20. Januar 2017 erstmalig das Requiem „Wahrheit in Flammen“. Foto: an

Wildeshausen – Das Requiem „Wahrheit in Flammen“ über den Reformator Jan Hus wurde am 20. Januar 2017 in der Wildeshauser Alexanderkirche uraufgeführt und dann mehrmals gespielt. Rund drei Jahre später, am 6. Juli, treten Solisten, Chor und Orchester unter der Leitung des Wildeshauser Kantors Ralf Grössler zum 650. Geburtstag von Hus in dessen Heimatstadt Prag auf. Das ist der Höhepunkt einer Tournee für die 36 Chorsänger, 34 Orchestermusiker sowie die Solisten Joanne Bell (Gesang), Joachim Dölker (Drums), Peter Hamburger (Klavier) und Lorenz Hargassner (Saxophon). Zunächst gibt es jedoch drei Konzerte am 26., 27. und 28. Juni in der Alexanderkirche.

Im Rahmen ihrer Reise gastiert die Gruppe am 3. Juli in Marburg, am 4. Juli in Konstanz sowie am 5. Juli in Sulzbach-Rosenberg, wo Jan Hus auf seinem Weg nach Konstanz übernachtet haben soll. In eben dieser Stadt wurde der Reformator im Jahr 1415 während des Konstanzer Konzils auf dem Marktplatz als Ketzer verbrannt.

Das Requiem hatte Grössler anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums komponiert. Hus war böhmischer, christlicher Theologe. Er gilt bis heute als Nationalheiliger und stand der katholischen Kirche kritisch gegenüber. Martin Luther berief sich rund 100 Jahre später auf dessen Thesen.

„Die Aufführungen und die daraus resultierenden Aufnahmen fanden auch in tschechischen Kreisen Lob und Anerkennung“, berichtet Grössler. „So entstand die Idee, mit einem tschechischen Choraustausch das Werk in einer Tournee, die den Weg des Jan Hus in umgekehrter Reihenfolge verfolgt, einem größeren Publikum nahezubringen.“

Der Wildeshauser Kantor freut sich, dass auch die namhaften Musiker für eine relativ geringe Gage dabei sind. Die Gesamtausgaben für das Projekt liegen dennoch bei 77 500 Euro. Darin enthalten sind unter anderem Fahr- und Übernachtungskosten sowie Honorare. Grössler rechnet mit Einnahme in Höhe von rund 71 000 Euro. Einerseits veranschlagt er die Eintrittsgelder auf der Habenseite, andererseits rechnet er mit Zuwendungen von Stiftungen, dem Musikverlag sowie dem Landkreis Oldenburg. „Es bleibt eine Deckungslücke von rund 8 500 Euro“, so Grössler. Er würde sich freuen, wenn sich Wildeshauser Unternehmen mit Sponsoringgeldern beteiligen. Wer helfen möchte, kann sich im Kirchenbüro unter Tel. 04431/2449 melden.  dr

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