13 Heinkelroller in der Kreisstadt

„Tourist“ ist am Klang zu erkennen

Passender Ort für einen Zwischenstopp – die Heinkelstraße in der Wittekindstadt.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Mittwoch, 11.37 Uhr, an der Heinkelstraße in Wildeshausen: Chromblitzend und mit unverkennbarem Ein-Zylinder-Viertakt-Geräusch kommen sie daher – 13 Heinkel-Motorroller des Typs „Tourist“. Die zwölf Fahrer und eine Fahrerin sind allesamt Mitglieder des Clubs „Heinkelfreunde Bremen-Unterweser.“

Diesem Club gehört seit vergangenem Jahr auch der Wildeshauser Frank Ebinger an, der die Ausfahrt geplant hat: „Für mich lag es nahe, genau an dieser Straße einen kurzen Zwischenstopp einzulegen.“ Hier haben sich schon einige Schaulustige versammelt, die selbst Geschichten zu diesem legendären Fortbewegungsmittel, dem Heinkelroller, beitragen können. Gebaut wurde der „Tourist“ von 1953 bis 1965, wobei immer wieder einige Modifizierungen auch bezüglich der Motorisierung vorgenommen wurden.

„Ich war schon immer ein Fan dieser Roller“, erzählt Ebinger, „im vergangenen Jahr habe ich ihn im Internet für 1 800 Euro ersteigert. Er war gut erhalten und fahrbereit. Lediglich das Öl und die hinteren Bremsbacken musste ich wechseln.“ Eine Aussage, die Siegfried Graf, der sich unter den Schaulustigen befindet, kaum glauben kann: „Für das Geld würde ich mir auch sofort einen Heinkelroller kaufen. Das ist ein absolut geiles Gerät. Ich habe von 1965 bis 1969 auch einen solchen Roller gefahren.“ Allerdings müsse er zunächst noch seine Ehefrau von einer solchen Anschaffung überzeugen: „Das stärkste an diesen Maschinen ist, dass sie einen Elektrostarter haben.“ Dieser ist bekanntlich zugleich auch Lichtmaschine: „Und natürlich der unverkennbare Klang. Naja, es ist eben ein Vier-Zylinder-Motor.“

Heino Habben, Anwohner der Heinkelstraße, schmunzelt: „Wir haben uns früher ein Kunststoffrohr anstelle des Auspuffs verlegt. Der Sound war dann einfach genial. Damit sind wir natürlich stets lautstark aufgefallen.“ Je mehr Rollerfahrer eintreffen, umso mehr wird gefachsimpelt. So erzählt Ebinger, dass der Flugzeugbauer Prof. Ernst Heinkel nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst habe keine Flugzeuge mehr bauen dürfen: „Also hat er sich mit diesen Fahrzeugen beschäftigt. Ohne natürlich zu wissen, dass daraus solche Kultfahrzeuge werden würden.“ Das sei auch an den Preisen für die Oldtimer deutlich zu erkennen: „Für den normalen ,Tourist‘ werden locker mehr als 2 500 Euro genommen. Für einen mit Beiwagen müssen bis zu 17 000 Euro hingeblättert werden.“ Seinerzeit hätte ein neuer Roller etwa 1 000 DM gekostet.

Viel Zeit bleibt nicht zum Klönen, Ebinger und Mitorganisator Heinz Timmermann „blasen“ zur Weiterfahrt. Vom Sammelpunkt in Bergedorf kommend, geht es weiter Richtung Beckstedt, wo auf dem Eglinger Platz Station gemacht wird, wo ein Büfett hergerichtet wird: „Dafür hat jeder Leckereien an Bord“, sagt Ebinger und zeigt auf eine Salami.

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