Totholz für Laichplätze

Hunte-Wasseracht und Fischereiverein bauen bei Glane „Kinderstube“ für Lachse

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Der Baggerfahrer hebt den toten Holzstamm über die Böschung, um ihn in der Aue abzulegen. Insgesamt werden zehn bis 15 Stämme in den Fluss eingebaut.

Glane - Von Ove Bornholt. Damit Lachse und andere Arten in der Aue bei Glane besser laichen können, bauen Hunte-Wasseracht und Fischereiverein Wildeshausen in dieser Woche Totholz auf einem 400 Meter langen Abschnitt ein. Nächste Woche kommen noch 200 Tonnen Kies in den Bach, und dann ist die „Kinderstube“ für die Amphibien in einem guten Zustand. Die Maßnahme kostet 15.000 Euro und wird zu 90 Prozent vom Land Niedersachsen finanziert.

Mit lautem Klappern schiebt sich der Bagger die Böschung entlang. Mit seiner Schaufel transportiert er einen mehrere Meter langen Holzstamm, der kurz darauf in der Aue versenkt wird. Quer zum Fluss eingebaut, sollen dieser und die weiteren Bäume die Strömung so verändern, dass die Fische mehr Ruheräume haben. Auch die dadurch verursachten Unterspülungen sind gewollt. „Die Kuhlen ermöglichen eine Vielfalt von Lebensräumen“, erklärt Ira Zylka, Gewässerkoordinatorin der Wasseracht, die hofft, dass die Maßnahmen für ein „natürliches Fließverhalten“ sorgen.

Das ist ganz im Sinne von Ralf Siemer, Naturschutzbeauftragter des Fischereivereins. Er hofft darauf, dass mehr in der Aue geborene Lachse dorthin zurückkehren und laichen, nachdem sie sich bei Grönland satt gefressen und ordentlich an Gewicht zugelegt haben. „Wir machen diese Maßnahme für den Naturschutz, aber auch weil wir so den einen oder anderen Fisch mehr rausholen können“, sagt Siemer.

Seit knapp 20 Jahren versucht der Verein, die einst in der Gegend ausgestorbenen Lachse wieder in den Flüssen der Region anzusiedeln. Begonnen hatten die Ehrenamtlichen in der Aue, die als eines der best erhaltenen Gewässer gilt. „Sie sucht ihresgleichen“, betont Siemer. 

Der tote Baumstamm liegt im Fluss. Der Baggerfahrer rückt ihn noch ein wenig zurecht, während sich links schon die Bauarbeiter nähern.

Der Fluss entspringt in einem Naturschutzgebiet bei Endel, und seine Ufer seien nicht so stark durch intensive Landwirtschaft geprägt wie andere. Das habe dazu geführt, dass der Sauerstoffgehalt trotz der jetzigen Hitzeperiode noch gut sei. Anders als in der Flachsbäke, wo es bereits zu einem Fischsterben gekommen ist (wir berichteten).

In der Aue leben neben den Lachsen noch andere Lebewesen wie Krebse, Libellen oder Eintagsfliegen in oder an dem Gewässer, die vom Wandel zum naturnahen Bach ebenfalls profitieren sollen. Und damit sich nicht jeder Angler aus der Gegend sein Abendessen in dem Fluss fängt, dürfen nur die Mitglieder des Fischereivereins Wildeshausen ihre Angel dort auswerfen.

Die Bauarbeiter haben Pfähle in den weichen Boden gerammt, die per Baggerschaufel noch tiefer hineingedrückt werden.

Das Engagement der Ehrenamtlichen wird sowohl bei der Wasseracht als auch beim Landesfischereiverband Weser-Ems in Oldenburg registriert. „Es ist immer wieder großartig, was solche Vereine bewegen können“, lobt Janna Kruse, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Verband beschäftigt ist.

Ein Lob, das Siemer gleich weiterreicht. Ohne die Familie Allhusen aus Aumühle, die ihre Weidefläche für die Arbeiten zur Verfügung gestellt hat, und die Unterstützung der Familie Johannes aus Glane wäre die Maßnahme schwierig umzusetzen gewesen, sagt er.

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