Gutachten beleuchtet Varianten für eine Nachnutzung des Geländes

Toom-Markt will weg: Wer kommt an dessen Stelle?

Auf der Fläche von „Toom“ in Wildeshausen möchte der Besitzer neue Märkte ansiedeln. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. „Monopoly“ ist ein langweiliges Spiel im Vergleich zu dem, was derzeit an Varianten für den Einzelhandel am Wildeshauser Westring hinter verschlossenen Türen diskutiert wird. Dabei spielen zwei Gutachten der Unternehmensberatung Dr. Lademann und Partner eine große Rolle. Brisant ist die bislang unter Verschluss gehaltene Untersuchung zu einer eventuellen Nachnutzung des Westrings 6 (Toom-Markt), die von der Stadt in Auftrag gegeben wurde und unserer Zeitung vorliegt.

Vier wesentliche Aspekte sind es, die zu sehr kontroversen Diskussionen führen, bei denen Vermieter- und Einzelhandelsinteressen hart aufeinanderprallen. Zunächst versucht die Stadt Wildeshausen schon seit vielen Jahren, den Flächennutzungsplan sowie den Bebauungsplan 50 „Westring“ neu zu ordnen, um den Einzelhandel in bestimmten Bereichen zu konzentrieren und woanders wegfallen zu lassen. Als wichtiges Steuerungsinstrument dafür hat der Rat im vergangenen Jahr das Einzelhandelsentwicklungskonzept verabschiedet, in dem es sinngemäß heißt: Für den Standort Ahlhorner Straße/Dr.-Dürr-Straße (Aldi, Deichmann, Zimmermann) sollte geprüft werden, ob der Einzelhandel in die Innenstadt oder den Kernbereich des Westrings mitgenommen werden kann. Das Baurecht wäre in diesem Fall „mitzunehmen“. Der sogenannte „Standort Poppe“ wäre für höherwertigen Wohnungsbau frei.

Der zweite Grund für neue Planungen am Westring ist der Wunsch des Discounters Aldi, auf das Hamann-Grundstück zu ziehen, um dort einen alleinstehenden Markt zu errichten. Gleichzeitig ist am Westring auf dem Zisch-Grundstück ein neuer Bio-Fachmarkt geplant, der alle noch für den Bereich denkbaren Potenzialflächen für Einzelhandel abschöpfen würde.

Nicht zuletzt wird laut dem Lademann-Gutachten der Edeka-Untermieter „Toom“ seinen Mietvertrag am Standort neben dem E-Center nicht verlängern. Die Besitzer der Immobilie (zwei Wildeshauser Unternehmer) möchten deshalb dort einen Aldi-Markt etablieren – was der Discounter wiederum ablehnt.

Aus unserer Zeitung vorliegenden Gesprächsprotokollen geht hervor, dass die Eigentümer der Fläche an der Dr.-Dürr-Straße einer Umwandlung ihres Areals zu Wohnbauflächen nur zustimmen wollen, wenn das Sondergebiet Einzelhandel an den Westring 6 verlegt wird und die Stadtverwaltung das schriftlich bestätigt. Ziel ist es, die Einzelhandelsflächen weiter in eigenem Besitz zu halten. Sollte das nicht geschehen, würden dort neue „Handelsentwicklungen“ vorgenommen, heißt es. Gleichzeitig wird in dem Gesprächsprotokoll vom 10. Mai deutlich gemacht: „Es besteht (...) Einigkeit darin, dass die Stadt dieser Ansiedlung von Aldi auf dem Gelände Hamann & Partner wiedersprechen muss mit dem Hinweis, dass eine Neuansiedlung in dem Bereich nur auf der Fläche Westring 6 (Toom) möglich sein wird.“

Unterdessen hat ein Fachanwalt ermittelt, dass ein „gesetzlicher Anspruch des Grundstückseigentümers“ nicht besteht, das „Sondergebiet“ von der Dr.-Dürr-Straße an den Westring mitzunehmen. Es existiere grundsätzlich auch kein Entschädigungsanspruch, da die rechtlich mögliche Aufhebung der Nutzung und die Umwandlung in Wohnbauflächen keine wesentliche Wertminderung bedeute.

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